"Sie können auch Europa", sagte TV-Kommentator Wolf-Christoph Fuss in "Bundesliga aktuell" auf Sport 1 gestern Abend. Ja, können sie - und ich hatte vor dieser Spielzeit überhaupt keinen Zweifel dran. Gut, für Borussia Dortmund hat es beim 1:1 in Macnchester gegen die Citizens dank Balotellis fragwürdigem Elfer nicht zum Sieg gereicht, aber die Stadionbesucher und die Augenzeugen an den Fernsehschirmen weltweit sahen ein richtig gutes Spiel. "Wer jetzt noch sagt, dass wir das nicht können, der bekommt es mit mir zu tun - und zwar persönlich", sagte BVB-Geschäftsführer "Aki" Watzke unmittelbar nach dem Abpfiff noch im Stadion. Recht hat er, denn die Borussia zeigte einen ähnlichen Fußball, wie sie ihn in den vergangenen beiden Spielzeiten in der 1. Fußball-Bundesliga anbot und damit zu beeindrucken wusste. Bis auf die Chancenverwertung war das echt klasse und bestärkt mich in meinem Glauben, dass es Dortmund in der Champions League über die Gruppenphase hinaus schafft - egal, ob die Gegner Real Madrid, Man City oder Ajax heißen. Auch der FC Schalke 04 sollte das schaffen, auch wenn "Königsblau" beim 2:2 gegen Montpellier ebenfalls den Sieg kurz vor Schluss vergab. So etwas nennt man wohl Lehrgeld, fehlende Cleverness oder mangelnde Konzentration? Hm, wir wissen es nicht. Aber es freut uns deutsche Fans, wenn Teams der Bundesrepublik international punkten - egal, wie sie heißen. Das sollten endlich auch diejenigen begreifen, die bei solchen Partien City und Co. die Daumen drücken. Frage an diese so genannten Anhänger: Sagt Euch die UEFA-Fünfjahreswertung zufällig etwas? Mal scharf nachdenken, falls überhaupt möglich.
Freitag, 5. Oktober 2012
Donnerstag, 4. Oktober 2012
Ein peinlicher Auftritt, der einige Fragen aufwirft
Ja, es war peinlich - phasenweise konnte man sich das einfach nicht mehr mit ansehen. Und schon sind wir alle - aber auch wirklich alle - auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Gut und besser so. Denn das, was der FC Bayern München in Weißrussland gezeigt hat, war nicht wirklich toller Sport. Was nutzte der ganze Ballbesitz, die technische Überlegenheit und die besten Chancen? Nichts, denn gewonnen hat Bate Borissow. Und das völlig verdient und deutlich mit 3:1. Gut, vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn Toni Kroos das Tor getroffen hätte. Nun, das hat er aber nicht - Pech für die Bayern. Aber sie müssen und sollten so ehrlich sein, dass sie alle unter ihren Möglichkeiten geblieben sind. Da darf man auch mal deutliche Worte finden - und das auch öffentlich. Ich finde es gut, dass Matthias Sammer die Leistung seiner Mannschaft kritisiert - gut so, das darf ein Sportvorstand auch. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum FCB-Coach Jupp Heynckes diese Vorgehensweise kritisiert. So kann und darf sich ein "Global Player (Zitat Präsident Uli Hoeneß) im tiefsten Weißrussland einfach nicht präsentieren. Es war einfach kein Aufbäumen zu sehen, kein "Mia san mir" oder ein "Jetzt erst recht!". Nein, eine solche Haltung ließen die Bayern vermissen. Und das, obwohl sie doch derzeit so gut drauf sind. Sind sie eben nicht, denn sie nahmen den Gegner in Minsk einfach nicht wernst genug - sollten sie aber, egal wie er heißt! Hoffentlich verstehen sie das mal, die "Super-Bayern".
Mittwoch, 3. Oktober 2012
Ein großer Spieler beendet seine Karriere
Jetzt ist es also offiziell: Michael Ballack beendet seine Karriere als Profifußballer, hängt seine Kickstiefel also für immer an den Nagel. Schade eigentlich, denn ich hatte den 36-jährigen Mittelfeldakteur bereits in den USA in der Major League Soccer gesehen oder zusammen mit Thomas Broich im australischen Sydney. Doch wie so oft in seiner Laufbahn kam für Ballack alles wieder einmal anders. Das begann schon im Jahre 2002, als sich der künftige Bayern-Star bei der WM in Japan und Südkorea endgültig zu einem der besten Kicker der Welt entwickelte. Er schoss Deutschland mit seinen Toren ins Finale, musste aber als tragischer Held nach einem mit "Gelb" geahndeten Foul in "seinem Endspiel" zuschauen. Am Ende gewann Brasilien mit 2:0 - der gebürtige Chemnitzer stand mal wieder ohne Titel da. Das passierte dem 1,89 Meter großen Kraftpaket in diesem Jahr bereits zum vierten Mal, schließlich hatte er zuvor mit Bayer 04 die Meisterschaft, den Pokalsieg und den Gewinn der Champions League verpasst. In dieser Zeit bekam der Mann mit der starken Präsenz auf und den deutlichen Worten abseits des Platzes den Beinamen "Der Unvollendete". Dieses Prädikat wurde Michael Ballack nicht mehr los - nie mehr - und das auch, weil er bei der WM 2006 im eigenen Land als "Capitano" wieder nichts gewann - die Nationalmannschaft schied im Halbfinale aus. Immerhin holte er mit den Bayern davor zweimal das Double, wechselte dann zum FC Chelsea London. Auch dort holte er Meisterschaften und Pokale, verlor aber 2008 wieder ein Finale der Champions League sowie das EM-Endspiel von Wien. Zwei Jahre später verpasste er die WM 2010 in Südafrika verletzungsbedingt, Trauer und völlige Resignation machten sich im deutschen (Fan)Lager breit. Doch es kam anders - wieder einmal. Die DFB-Auswahl spielte auch ohne ihren Kapitän schön, erreichte erneut das Halbfinale. Bundestrainer Joachim Löw sortierte seinen Star aus - und das nicht gerade auf die so genannte feine englische Art. Auch sein Neuanfang zurück in Leverkusen misslang, die Vorstellungen gingen weit auseinander. Zu weit - Michael Ballack hatte zudem private Probleme. Schade, dass ein ganz Großer der Zunft immer wieder (schuldlos) ausgebremst wurde. Alles Gute und Danke, lieber Michael!
Dienstag, 2. Oktober 2012
Darf der Adler bald auch wieder international fliegen?
Ich freue mich, ja ich freue mich wirklich. Und das für einen Mann, der lange Monate um die Fortsetzung seiner Karriere bangte. Aber es biss sich durch, kämpfte sich auf den Platz zurück und heuerte beim Hamburger Sportverein an. Dort ist er - so leid es mir für Jaroslav Drobny tut - die unangefochtene Nummer 1 und beweist das derzeit Woche für Woche. Dabei sah es nicht gut aus für Rene Adler, den 27-jährigen Ex-Nationaltorhüter. Immer wieder plagten ihn schwere Verletzungen, mal am Knie und dann auch wieder am Rücken beziehungsweise an den Rippen. Der "Adler" flog für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nicht mit zur WM 2010 nach Südafrika - stattdessen quälte er sich beim Physiotherapeuten und im Kraftraum. Im Sommer lief sein Vertrag bei Bayer 04 Leverkusen aus, die hatten sich längst die Dienste des jüngeren und günstigeren Ex-Stuttgarters Bernd Leno gesichert. Adler wurde flügge, auch weil sie ihm unter dem Bayer-Kreuz keine (finanziell) attraktive Perspektive boten. Der gebürtige Leipziger wechselte zum HSV und trat dort mit dem Anspruch an, mit dem Bundesliga-Dino an alte goldene Zeiten anknüpfen zu können. Ein gewagtes Ziel, wenn man sich die Leistungen der Nordlichter in der jüngeren Vergangenheit anschaut. Doch es geht aufwärts, erst recht seit Rafael van der Vaart zurück an die Elbe gekommen ist. Und Adler? Der könnte in die DFB-Auswahl zurückkehren - schon ziemlich bald. "Dass er nach seiner Verletzung so schnell so hervorragend hält, war
nicht zu erwarten. Aber ich bin sicher, dass er das Niveau halten wird.
Dann wird er auch bald wieder zum Nationalkader gehören", betont HSV-Sportdirektor Frank Arnesen. Da liegt der zuletzt so kritisierte Arnesen mal richtig. Wie eben bei der Verpflichtung Adlers auch.
Montag, 1. Oktober 2012
Einer, wie ihn sich die Bayern gewünscht haben
Ja, so wollten sie das haben. Da eilen sie von Sieg zu Sieg und es gibt trotzdem einen, der damit so seine Schwierigkeiten hat. Mit "sie" meine ich den FC Bayern München, der in der 1. Fußball-Bundesliga sechs "Dreier" in den ersten sechs Begegnungen eingefahren hat. Damit führen die Bayern die Tabelle souverän an, es läuft alles nach Plan beim deutschen Rekordmeister. Alles? Hm, nicht so ganz. Denn vor allem der Sportvorstand ist noch nicht glücklich, machte seiner Unzufriedenheit Luft. "Wir haben jetzt sechsmal hintereinander gewonnen, aber dafür gibt es am Ende keine Auszeichnung", sagte Matthias Sammer nach dem - so ehrlich muss man sein - mühevollen 2:0-Erfolg beim SV Werder Bremen. Und weiter: "Ich muss aufpassen, dass die Schultern nicht runterhängen, auf die im Moment so viel drauf geklopft wird." Stimmt, da liegt Sammer richtig. Jeder spricht von einem bayerischen Alleingang, rechnet schon mögliche Punktevorsprünge aus. Dabei wissen wir alle - wirklich alle - noch gut genug, wie es im Vorjahr gelaufen ist. Da startete der deutsche Rekordmeister ähnlich beeindruckend, doch am Ende jubelte Borussia Dortmund. Schön, dass der Ex-Borusse mit dem rötlichen Haupthaar das begriffen und nicht vergessen hat. "Wenn wir über das Bild an sich reden bis zum 1:0 und die Leistung an
sich, dann haben viele Spieler ihr Potenzial heute nicht abgerufen", führte Matthias Sammer weiter aus. Schön, dass einer realistisch bleibt und erkennt, dass die Bayern noch lange nichts erreicht haben. Noch lange nichts, denn - so abgedroschen es auch klingt "Abgerechnet wird nun einmal am Schluss!" Vorher heißt es: Ball flachhalten und weitermachen - immer weiter!
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