Donnerstag, 14. Januar 2021

Ein historisches Pokal-Aus, das sich angebahnt hat

Diese Niederlage ist für die eine Hälfte der fußballbegeisterten Bundesrepublik eine Art Feiertag, während sie für den FC Bayern München und seine Fans eine ganz bittere ist. Und doch: Es hat ja so kommen müssen, dass die Bayern nicht nur in der Bundesliga, sondern nun auch im DFB-Pokal Probleme bekommen. Wie schon so oft in den vergangenen Wochen investierten die "Roten" von der Isar unter dem Strich zu wenig und ließen es vor dem Tor an der nötigen Konsequenz im Abschluss vermissen. Und - na klar - auch die Abwehr hatte mal wieder so ihre Probleme gegen ein mutiges Holstein Kiel, das in der Verlängerung zwar auf dem Zahnfleich daher kam, aber mental - insbesondere auch bei der Entscheidung vom Punkt - viel frischer und galliger aufs Weiterkommen wirkte, als die noch im Sommer nimmersatten Bayern-Stars, die momentan einfach nicht so richtig bei der Sache sind. Fehlpässe im Spielaufbau, zu wenig Leidenschaft in den Zweikämpfen und eine zu offensive Ausrichtung machen es den Gegnern momentan viel zu leicht, in schönster Regelmäßigkeit alleine vor Welttorhüter Manuel Neuer aufzutauchen, der eben auch nicht alles halten kann. Folgerichtig war für den Titelverteidiger erstmals seit 2000 (!) wieder in Runde zwei Schluss und der vereinsinterne Traum von der Triple-Wiederholung ist ausgeträumt. Glückwunsch nach Kiel! Die Bayern müssen die Balance dringend wieder finden. Sonst droht auch in der Bundesliga sowie in der Königsklasse der Super-Gau.

Dienstag, 22. Dezember 2020

Eine für mich gerechte, aber noch zu geringe Strafe!

Dass bei den Herren Fußballprofis gerne mal die Sicherungen durchbrennen - egal, ob verbal oder körperlich - ist ja nichts Neues mehr. Das passiert immer wieder einmal, weil die Jungs unter gehörigem Druck stehen und es für ihre Arbeitgeber mitunter um Millionensummen geht. Das soll - bitte nicht falsch verstehen - aber keine Ausrede, Entschuldigung oder Erklärung dafür sein. Denn das, was sich Marcus Thuram - Sturm-Juwel des VfL Borussia Mönchengladbach - da geleistet hat, geht gar nicht. Denn der frisch gebackene Auswahlspieler der französischen Nationalmannschaft spuckte seinem Gegenspieler Stefan Posch von der TSG 1899 Hoffenheim nach einem kurzen Wortgefecht mitten ins Gesicht - und das aus kürzester Distanz. So etwas ist unglaublich - da gibt es für mich keine zwei Meinungen. 150 000 Euro Strafe gab es von Gladbach, der DFB verlangt nun noch einmal 40 000 Euro vom Angreifer, der zudem für sechs Spiele gesperrt ist - eines davon zur Bewährung. Für mich eine gerechte, aber eigentlich noch viel zu geringe Strafe für ein derart respektloses Verhalten. Da zählen für mich auch keine Entschuldigungen oder Erklärungsversuche. Thuram wird hoffentlich daraus lernen und keine Nachahmer finden! Denn samstagnachmittags schauen auch viele Kinder ihren großen Idolen zu.

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Wenn aus einem Wort ein handfester Skandal wird!

Während ich am Nachmittag selbst noch sportlich unterwegs gewesen bin und dabei tolle Gespräche hatte, war das, was da gestern Abend in Paris vonstatten gegangen ist, noch ganz weit weg. Und selbst dann, als ich mich aus deutscher Sicht über den Gruppensieg des BVB, der den Achtelfinaleinzug bedeutete, freute, war von einem Skandal in der UEFA Champions League noch lange nichts zu erahnen gewesen. Doch wenige Augenblicke später, als RB Leipzig gegen Manchester United ebenfalls Kurs aufs Achtelfinale nahm, überschlugen sich im Pariser Prinzenpark die Ereignisse - und wie. Nachdem sich Istanbul Basaksehir in der Partie gegen das Starensemble von PSG ungerecht behandelt fühlte, regte sich insbesondere deren Co-Trainer Pierre Webo derart auf, dass der vierte Offizielle dem leitenden Schiedsrichter per Funk durchgab, dass Webo mit der Roten Karte bestraft und somit auf die Tribüne verwiesen werden soll. Soweit ja in Ordnung - so etwas passiert in solchen Spielen, in denen es um so viel geht, schon einmal. Was aber auf gar keinen Fall geht ist, dass Sebastian Coltescu seinen Chef auf dem Platz darauf hinwies, dass der "Negru" Rot sehen soll. Nun, "negru" heißt aus dem Rumänischen übersetzt "schwarz" - also in diesem Kontext schwarzer Mann - aber selbst das geht wirklich nicht. Erst recht, weil viele Spieler und Verantwortliche sowie selbst Akteure des Gegners "negro" verstanden haben. Folgerichtig wurde die Partie in Minute 14 zunächst unterbrochen und in der 23. Minute abgebrochen, weil die Profis unter diesem vierten Offiziellen nicht mehr weitermachen wollten. Absolut verständlich und nachvollziehbar! Denn: Selbst wenn Coltescu damit keine rassistischen Absichten pflegte - man sagt ja auch nicht, dass der weiße Spieler mit einer Karte zu bestrafen ist. Übrigens etwas, was Demba Ba - Spieler von Basaksehir - mehrfach auf Englisch zu erklären versuchte. Da sich bis in den späten Abend hinein die Emotionen noch nicht abgekühlt hatten, wird die Partie heute um 18.55 Uhr nachgeholt. Und das hoffentlich mit Schiris, die sich ihrer Wortwahl besser bewusst sind. Geht eben gar nicht so etwas!

Donnerstag, 12. November 2020

Gemeinsam geht doch einfach mehr als miteinander!

Dass sich die Vereine der 1. Fußball-Bundesliga - also fast alle - sowie der Hamburger SV in Frankfurt treffen, um einen Schlachtplan zu entwickeln, wie man die TV-Gelder in Zukunft (besser) verteilen kann, finde ich gut. Was mir jedoch nicht wirklich gefällt, ist die Tatsache, dass nicht alle Klubs daran teilnehmen können beziehungsweise dürfen, weil sie nicht eingeladen sind beziehungsweise waren. Ein aus meiner Sicht negatives und falsches Signal, das die Wogen nicht wirklich glätten wird. Bloß, weil betroffene Vereine sich in ersten Statements klar gegen die anderen und deren Meinung positioniert hat, muss man diese Bundesligisten nun doch nicht komplett ausgeklammern. Ich fände es besser, wenn sich alle noch einmal miteinander treffen und eine gemeinsame Linie entwickeln. Und das auch, weil alle so oder so in einem Boot sitzen. Und das nicht nur jetzt, sondern auch in (ferner) Zukunft. Geht bitte lieber nochmals aufeinander zu!

Dienstag, 3. November 2020

Dem "Bomber der Nation" alles erdenklich Gute!

Er hat mit seiner Spielweise ganze Generationen begeistert, traf aus allen Lagen in eigentlich jedem Wettbewerb und stellte mitunter beeindruckende Rekorde auf, die bis heute ihre Gültigkeit besitzen. Heute wird dieser Mann aus Nördlingen, den es einst zum großen FC Bayern München in die bayrische Landeshaptstadt zog, 75 Jahre alt. Ich möchte es an dieser Stelle nicht versäumen, dem großen Gerd Müller, der seine Karriere in den USA ausklingen ließ, zu dieser besonderen Zahl zu gratulieren und hoffe, dass er diesen Tag - trotz schwerer Krankheit - zusammen mit seiner lieben Familie auch genießen kann. Genießen konnte der "Bomber der Nation" gut - und zwar auch abseits des Platzes. Vielleicht auch etwas zu gut, als er aus den Vereinigten Staaten an die Isar zurückkehrte und in ein tiefes Loch gefallen ist. Sein langjähriger Freund, Mitspieler und Wegbegleiter Uli Hoeneß half dem besten Torjäger der Fußballgeschichte - ja, so sehe ich das - wieder auf die Beine und verschaffte ihm einen Trainerjob bei der Jugend und insbesondere den Amateuren des deutschen Rekordmeisters, den er bis 2014 ausübte. Doch sein Gesundheitszustand verschlimmerte sich, sodass Gerd Müller damit begann, zu vergessen. Aber: Ich werde ihn nie vergessen, obwohl ich ihn leider nie live habe spielen sehen können und dürfen in seiner glorreichen aktiven Zeit. Ois Guade, lieber "Bomber der Nation"!