Freitag, 4. November 2011

25 Jahre zwischen Perfektion, Triumphen und Titeln

"Sir" Alex Ferguson ist Schotte. Nun, Schotten gehören auf der britischen Insel - speziell in England - nicht gerade zu den beliebtesten Zeitgenossen. Bei Ferguson ist das anders, schließlich schwingt der 69-jährige Erfolgstrainer seit 1986 das Zepter bei den "Red Devils", machte aus dem ins Mittelmaß versunkenen Arbeiterklub Manchester United eine titelhungrige Erfolgsmaschine. Damals, als "Sir Alex" im Old Trafford aufschlug, hatte "ManU" vor allem zwei Dinge - Schulden und keine Disziplin. Das bekam Ferguson in den Griff, auch dank der Millionen reicher Investoren. Heute messen sich Wayne Rooney und Co. jedes Jahr mit den Besten ihrer Zunft, sammelten Titel und Siege in Serie. 1990 holte der Schotte den FA-Cup, und nur ein Jahr später folgte der 2:1-Triumph im Finale um den Europapokal der Pokalsieger gegen Barcelona. 1992 gelang dem Mann aus Glasgow der erste Millionentransfer. Er verpflichtete den Franzosen Eric Cantona aus Leeds. Mit dem Superstar gelang in den 1990er-Jahren endgültig die Wachablösung Liverpools an der Spitze des englischen Fußballs. 1999 gelang - die Bayern-Fans werden sich nur sehr ungern erinnern - das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League. Mit Peter Schmeichel im Tor, den Neville-Brüdern Gary und Phil, David Beckham, Ryan Giggs oder Paul Scholes - um nur wenige zu nennen - avancierte ManU zum echten Dinosaurier der Branche. Bis heute blieb Ferguson sich und seiner Linie treu, wurde stets von einem Kaugummi begleitet. Einzig der FC Barcelona und neuerdings Manchester City können United das Wasser reichen. Und eines ist sicher: Sir Alexander „Alex“ Chapman Ferguson wird noch weitere Titel hamstern. Daran wird die Konkurrenz auch in Zukunft zu knabbern haben - so, wie auf einem (alten) Kaugummi. Die Erfolgsgeschichte von Man United wird sich nämlich noch lange hinziehen.

Donnerstag, 3. November 2011

Ein spanischer Schwabe, der nicht mit Toren geizt

Was haben sie nicht alle auf ihn eingeprügelt - verbal und medial. Dabei ist schon anderen - weitaus erfahreneren - Fußballern dieses Kunststück gelungen, den Ball aus kurzer Distanz im gegnerischen Kasten unterzubringen. Fragen Sie doch mal bitte einen gewissen Frank Mill. Naja, zurück zum "Sündenbock" der Europameisterschaft von 2008 in Österreich und der Schweiz. Mario Gómez García heißt der Mann, den damals fast alle verteufelten und immer dann - wenn er das Trikot mit dem Adler auf der Brust trug - gnadenlos auspfiffen. Dabei wollte der heute 26-jährige Angreifer nach der 2007 errungenen Meisterschaft mit dem VfB Stuttgart national und international durchstarten. Trotz millionenschwerer Angebote aus der Heimat seines Vaters, blieb der Deutsch-Spanier in der Bundesrepublik, schloss sich 2009 für rund 35 Millionen Ablöse dem FC Bayern München an. Eine Entscheidung, die ihm so mancher im Schwabenland bis heute nicht verziehen hat. Und selbst beim Rekordmeister hatte Gomez einen schweren Stand, war nur Stürmer Nummer vier hinter Klose, Olic und Müller. "Ich habe Sie nicht gekauft", ließ ihn Louis van Gaal wissen und legte ihm einen Wechsel nahe. Beinahe wäre der Torjäger in Liverpool gelandet, setzte aber seinen schwäbischen Dickschädel ein und blieb. "Ich weiß, was ich kann", sagte er und begann zu treffen. Immer und immer wieder. Ex-Coach van Gaal ist weg, Klose auch, Müller spielt auf dem Flügel und Olic derzeit nur Ersatz. "Ich bin dann der, der in der Mitte steht", sagte der Stürmer mit einer großen Portion Sarkasmus nach seinem lupenreinen Hattrick gegen Neapel gestern. Der, "der in der Mitte steht" läuft zwar nicht am meisten liebe Kritiker, aber er trifft dafür umso mehr. 72 Tore in 107 Spielen für Bayern sind es aktuell, viele weitere werden mit Sicherheit folgen. Gerd Müller war auch nicht als Laufwunder bekannt, oder?

Mittwoch, 2. November 2011

"Götzinho" hat seinen ganz eigenen Plan

"Unverkäuflich", "auf keinen Fall zu haben". Dinge, die aus dem Lager des Deutschen Meisters Borussia Dortmund zu hören sind, wenn es um Shootingstar Mario Götze geht. Der 19-jährige Spielmacher ist aus Dortmund nicht mehr wegzudenken, hat bis 2014 Vertrag. Doch "Götzinho", der noch daheim bei Mutti wohnt, wird langsam aufmüpfig, hat sich für seine sportliche Zukunft einen klaren Plan gemacht. "Dauerhaft in der europäischen Königsklasse spielen" darf und muss es dann schon sein. Mal schauen, ob dem Jungnationalspieler das beim BVB geboten wird? Derzeit tut sich die Elf von Jürgen Klopp in der Champions League eher schwer. Aber so langsam kommt der Meister in Schwung, feierte beim 1:0 gegen Piräus einen Befreiungsschlag. Doch längst haben andere Vereine ein Auge auf den Jungen geworfen, sein Klub soll vor der Saison sogar ein 40-Millionen-Angebot des FC Arsenal ausgeschlagen haben. Gut für den BVB, aber auch für die Bayern. "Es ehrt mich natürlich, wenn ein großer Verein wie Bayern München Interesse an mir hat. Grundsätzlich kann und will ich nichts ausschließen", sagt Götze, der im Allgäu geboren ist. "Wenn es soweit ist, dass der Vertrag abläuft, wollen wir einmal sehen, was daraus wird. Viele haben schon behauptet, nie zu Bayern zu gehen, und sind dann doch bei uns gelandet", gibt FCB-Präsident Uli Hoeneß das Interesse an Mario Götze unumwunden zu. Warum auch nicht? Bayern sammelt derzeit deutsche Auswahlspieler - und: Sie spielen regelmäßig international. Neun DFB-Nationalspieler kicken schon an der Isar. Vielleicht kommen mit Götze und Marco Reus (Gladbach) zwei weitere hinzu. Dann wäre die Elf komplett. Und Joachim Löw könnte nach der WM 2014 von Jupp Heynckes übernehmen.

Dienstag, 1. November 2011

Wenn sich "Prinz Poldi" von seiner besten Seite zeigt

Was wäre der Profifußball - gerade in der Bundesliga - ohne ihn? Wahrscheinlich nicht viel, denn Lukas "Prinz Poldi" Podolski gehört zum deutschen Fußball wie der Dom zu Köln. Köln ist "Poldis" Heimatstadt, auch wenn der Linksfuß in Polen geboren ist. Seit gut zwei oder drei Jahren zeigte der Nationalspieler zwei Gesichter. Immer dann, wenn er das Trikot mit dem Adler auf der Brust überstreifte, spielte der Familienvater mitunter überragend, brachte die Gegner mit seiner unglaublich guten Schusstechnik zum Verzweifeln. Das schaffte Podolski im Trikot des 1. FC Köln, in seiner Heimat am Rhein nicht. Erst als ihn sein ehemaliger Jugendtrainer als Chef der Profis zum Kapitän machte, blühte der 26-jährige Stürmer auf. Zu Beginn der neuen Spielzeit nahm ihm der neue Coach - Stole Solbakken - die Binde weg, am Rhein roch es verdächtig nach "Königsmord" an "Prinz Poldi". Es lief auf die Geschichte Stolbakken oder Podolski hinaus, Sportdirektor Volker Finke und FC-Präsident Wolfgang Overath traten als Vermittler auf. Alles Schnee von gestern, denn "Poldi" überzeugt im Geißbock-Leibchen derzeit - und wie. Dass er dabei seinen Preis in die Höhe treibt, wissen sie auch in Köln. Auch deshalb, weil "Poldi" zuletzt von Ex-Coach Jupp Heynckes bei Ex-Klub Bayern München schwärmte. Lukas Podolski kann und will mehr - und das bald woanders? "Ich kann mit voreiligen Aussagen über meine Zukunft nichts anfangen. Ich habe immer betont, dass sie offen ist und gesagt, dass ich die sportliche Situation des Vereins erst einmal abwarte", sagte der Angreifer dem "Kölner Express". Dass aber sein Heimatklub in naher Zukunft international spielen wird, kann ausgeschlossen werden. Schlecht für Poldi, auch bei der DFB-Elf. Dort sitzt ihm Andre Schürrle im Nacken.

Montag, 31. Oktober 2011

Ribéry gibt Liebesbekenntnis zu den Bayern ab

Franck Ribéry ist wieder ganz der Alte. Der französische Dribbelkünstler blüht unter Jupp Heynckes auf, knüpft an seine erste Saison 2007/08 bei den Bayern an, als der 28-Jährige die gegnerischen Abwehrreihen der Konkurrenz aufmischte und den Bayern zu neuem Glanz verhalf. Unter Louis van Gaal verlor der Familienvater in der Vorsaison den Spaß am Fußball, führte beim FC Bayern München ein Schattendasein. Er war zwar irgendwie da und doch aber auch nicht - oft plagten ihn Verletzungen. Jetzt ist der pfeilschnelle Rechtsfuß wieder in Gala-Form, hat wieder so richtig Lust zu kicken. "Das hier ist perfekt für mich. Ich kann mir vorstellen, für immer zu bleiben. Wenn mein Körper es zulässt, spiele ich auch noch mit 35 für Bayern“, sagte Ribéry nach dem 4:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg am Samstag. "Francks Aussage beweist, wie wohl er sich wieder fühlt, wie sehr er sich mit Bayern identifiziert. Das zeigt er auch in den Spielen", lobt FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger seinen Topstar. Der hat an der Isar noch Vertrag bis 2015, ist dann erst 32 Jahre jung. Und was sagt der Künstler: „Ich bin wieder der Alte. Van Gaal hat mir ständig gesagt, was ich zu tun habe. Aber ich weiß selbst, wie ich mich bewegen muss. Heynckes erklärt mir, wie ich noch besser spielen könnte, aber ohne Befehle. Wir lachen und wir arbeiten. Alles zu seiner Zeit. Ich hoffe, er bleibt noch sehr lange.“ Das dürfte Fans, Zuschauern und Mitspielern gefallen - sehr sogar. Und die Kontrahenten? Sie dürften sich darauf einstellen, dass der französische Filou noch ein paar weitere Kabinettstückchen auspackt. Und somit mit dem deutschen Rekordmeister die Liga dominiert, falls er fit bleibt. Das hat auch Heynckes nicht in der Hand. Das kann man gerade bei Arjen Robben sehen, der noch etwas hinterher hinkt.