Dienstag, 6. September 2011

Ab heute Abend beginnt die EM(Vorbereitung)

Wenn heute Abend (20.45 Uhr, ZDF) die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum Nachbarschaftsduell gegen die polnische Auswahl in Danzig antritt, dann hat die Europameisterschaft schon fast begonnen. Denn in knapp neun Monaten wird die Mannschaft von Bundestrainer Joachim "Jogi" Löw an gleicher Stelle ihr nobles Quartier zurr "Mission Titelgewinn" beim Turnier in Polen und der Ukraine beziehen. Im feinen "Olivenhof" wird genächtigt, gespeist, im Garten flaniert oder relaxt, bis es im Rahmen der jeweiligen Spiele Ernst wird. Das wird es heute Abend auch, obwohl die Begegnung nur als Freundschaftsspiel deklariert ist. Doch zwischen Deutschland und Polen ist das seit dem Zweiten Weltkrieg mit der Freundschaft so eine Sache, besonders einige "Möchtegern-Fans" aus beiden Lagern möchten sich - so haben sie es im Vorfeld angekündigt - miteinander messen. Aber leider nicht sportlich auf dem grünen Rasen, sondern irgendwo in und um Danzig im Kampf "Mann gegen Mann". Man darf nur hoffen, dass die Polizei das irgendwie verhindert - denn die Partie gilt als erster Test für die EM im nächsten Jahr. Da sollte und muss alles passen, obwohl es mit der Infrastruktur noch Probleme gibt. Besonders bei den Zufahrtswegen zu den Stadien hapert es - sehr sogar. Hoffentlich haben Lukas Podolski und Miroslav Klose bei ihrem "Heimspiel" kein Sand im Geriebe und auch die anderen DFB-Spieler tun gut daran, die Partie gewissenhaft anzugehen. Sonst werden sie im nächsten Sommer ausgequetscht wie die Oliven. Darin sollen die Spanier ja richtig gut sein.

Montag, 5. September 2011

Wer die Qual der Wahl hat, der hat's gut

Den derzeit wohl besten, weil am wenigsten mit Stress belasteten Job im deutschen Profifußball hat aktuell Bundestrainer Joachim "Jögi" Löw. Sein Vertrag beim Deutschen-Fußball-Bund (DFB) ist bis 2014 datiert, sportlich läuft es bestens. Nach der 6:2-Gala im Presitigeduell gegen Österreich und der damit gesicherten Qualifikation für die Europameisterschaft 2012 ernten "Jogi's Buben" viel Beifall. Zu viel? Wenn es nach Löw geht ja. Und das, obwohl gerade Mesut Özil und Thomas Müller eine Partie der Extraklasse ablieferten. Doch die Tatsache, dass Österreich kein Maßstab ist, darf nicht vergessen werden. In Polen und der Ukraine warten andere Kaliber auf die DFB-Elf - und das sehr wahrscheinlich sogar schon in der Gruppenphase. Aber wer den Titel gewinnen will, der muss ohnehin alle Konkurrenten schlagen. Und damit das gelingt, braucht der "Bundes-Jogi" 23 spielstarke und mental reife Spieler, die im entscheidenden Moment hellwach sind. Wacher, als Kapitän Philipp Lahm und Ex-Torwart Jens Lehmann beim EM-Finale 2008 in Wien beispielsweise. Das weiß auch der 51-Jährige und warnt:  "Man strebt immer den Titel an. Aber für mich ist es noch zu früh, darüber zu reden. Weil sich im Fußball immer sehr schnell sehr viel verändern kann", sagte er. Richtig, siehe die spielentscheidende Szene zwischen Lahm und Lehmann. Doch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist reifer geworden, hat sich weiterentwickelt. 20 von 23 Akteuren haben das EM-Ticket ziemlich sicher, um die verbliebenen drei Plätze hat der Bundestrainer reichlich Alternativen. Frei nach dem Motto: "Darf's ein bisschen mehr sein?" Gerne. Der EM-Pokal wäre doch was, oder? Aber bis dahin kann ja noch so viel passieren. Stichwort: Schwere Verletzungen im Vorfeld.

Sonntag, 4. September 2011

Ganz genau hinschauen lohnt sich

Ein gutes Auge und einen gestochen scharfen Blick brauchen im Profifußball nicht nur die Schiedsrichter. Auch Vereinsvorstände, Manager, Trainer und nicht zuletzt die Spieler - sie alle müssen lernen, immer genau hinzuschauen. Sonst drohen bittere Konsequenzen und böse Überraschungen. So wie im Fall von Inter Mailand. Denn die Bosse des italienischen Spitzenklubs haben sich ein ganz böses Foul geleistet - allerdings abseits des Platzes. Nachdem sie Stürmerstar Samuel Eto'o für rund 30 Millionen Euro nach Dagestan verkauft hatten, holten sie mit Diego Forlan einen interessanten und spielstarken Ersatz zu Inter. Dass der "Uru" aber mit seinem Ex-Klub Atletico Madrid schon in der Qualifikation zur Champions League gegen das runde Leder gekickt hat, haben sie übersehen. Somit ist Forlan für die "Schwarz-Blauen" in der Königsklasse bis zum Jahresende nicht spielberechtigt. "Inter hat einen großen Imageschaden erlitten. Normalerweise unterlaufen einem Weltklub nicht derartige Leichtsinnigkeiten. Der finanzielle Schaden ist enorm", urteilte die "Gazzetta dello Sport". Hm, scheinbar doch und wieder einmal darf die Frage gestellt werden, was im professionellen Spiel mit der Kugel normal ist? Sich "die Kugel gegeben" hätten wohl am liebsten auch die Österreicher, die gegen ein bärenstarkes Deutschland untergingen. Überragend dabei der Madrilene Mesut Özil. Der DFB-Spielmacher wirbelte stark wie nie, war  kaum vom Ball zu trennen. Warum? Ganz einfach deshalb, weil der Ex-Schalker hart gearbeitet hat - und zwar im Kraftraum. Er hat einen stabileren Körperschwerpunkt, bekam breitere Schultern und einen durchtrainierteren Rücken. Özil ließ mal eben die Muckis spielen. Ob das Inter auch macht? Muskelpaket Forlan kann es - wenn er denn auch spielen darf. Schließlich ist er (bei den Frauen) für seinen Körper bekannt.

Samstag, 3. September 2011

Die DFB-Elf untermauert ihre (Titel)Ansprüche

Acht Siege in acht Spielen. 28 Tore gemacht, aber nur fünf kassiert - davon zwei Eigentore. Zahlen, die für eine echte Erfolgsbilanz stehen. Vorzuweisen hat diese die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft, die sich vorzeitig für die Titelkämpfe bei den Europameisterschaften 2012 in Polen und der Ukraine qualifizierte. Dass die Mannschaft von Bundestrainer Joachim "Jögi" Löw dieses Ziel erreicht hat, gilt nicht als Überraschung. Aber die Art und Weise lässt vermuten, dass mit den Deutschen im kommenden Jahr zu rechnen ist. Gegner Österreich wirkte bei der gestrigen 2:6-Pleite phasenweise überfordert, kam fast immer einen Schritt zu spät oder konnte sich nur mit Fouls helfen. Die 53.313 Zuschauer in der Arena auf Schalke sahen aber auch ein DFB-Team, das in der Abwehr alles andere als sattelfest agierte. Denn, kurz nachdem Mesut Özil seinen zweiten Treffer - Tor eins wurde Miroslav Klose gut geschrieben - zum 4:1-Zwischenstand kurz nach dem Seitenwechsel markierte, schalteten Kapitän Philipp Lahm und seine Nebenleute Mats Hummels und vor allem Holger Badstuber auf Schonmodus um. Fatal, denn die benachbarte Alpenrepublik kam zum 2:4-Anschlusstreffer durch den Stuttgarter Martin Harnik. Kurz vor der Pause hatte der Bremer Marko Arnautovic eine ähnliche "herzliche Einladung" zum 1:3 genutzt. Sehr zum Missfallen des ansonsten beschäftigungslosen Manuel Neuer, der in seiner ehemaligen Heimat freundlich empfangen wurde. Nachdem Löw den Leverkusener Andre Schürrle brachte, ging es wieder aufwärts mit der spielerischen Qualität. Thomas Müller und der überragende Özil zogen das Tempo an, Schürrle netzte zum 4. Mal in sieben Spielen ein. Für den Schlusspunkt zum 6:2-Endstand sorgte der eingewechselte Publikumsliebling Mario Götze, der eine Vorlage von Müller in der Luft volley nahm und mit dem Außenrist verwertete. Das konnte sich wahrlich sehen lassen und lässt für die EM hoffen - aber hinten ist noch Luft nach oben. Denn solche "Einladungen" nehmen nicht nur die Österreicher sehr gerne an und der Titel  - der offizielles Ziel ist - geht woanders hin. Stichworte: "gracias" und "dank je wel"!

Freitag, 2. September 2011

Das ewig junge Nachbarschaftsduell elektrisiert (wieder)

Wenn sich heute Abend (20.45 Uhr) in der Arena auf Schalke in der EM-Qualifikation Deutschland und Österreich gegenüber stehen, dann brennt nicht nur in Gelsenkirchen die Luft. Schon seit Tagen ist die benachbarte Alpenrepublik im Fußballfieber, bemüht wieder einmal sämtliche Mythen um einen Ort namens Cordoba. Dass dieser Geist allerdings längst verraucht ist und Österreich in den vergangenen Begegnungen nicht viel holen konnte, möchten die Experten nicht einsehen. Da ist sogar von "Endspiel" gegen "arrogante Piefke" die Rede. Gut, für ÖFB-Coach Didi Constantini könnte das Traditionsduell das letzte Spiel an der Seitenlinie sein, auch wenn er den Druck etwas zu minimieren versucht: "Für einen Trainer ist jedes Spiel ein Entscheidungsspiel. Im Grunde genommen haben wir in letzter Zeit zu viel verloren. Und dass dann der Trainer in der Kritik steht, ist auch normal", sagte er gegenüber Sport1. Doch, was ist bitteschön im Weltfußball noch normal? Da werden Millionen (unsinnig) ausgegeben, Skandale aufgedeckt und verschwiegen - beziehungsweise einfach tolereriert - oder Beleidigungen offen ausgesprochen. "Für Österreich gibt es bei uns nichts zu holen. Wir wollen mit der richtigen Einstellung den Sieg holen", hatte DFB-Kapitän Philipp Lahm erklärt. Mit "Piefke wie immer arrogant!" betitelte die Tageszeitung "Österreich" die Ankündigung des Bayern-Spielers. Der schmeißt ja mit deftigen Worten gerade so um sich. Mal schauen, wer dann später auf dem Platz die besseren Argumente hat - Deutschland oder Österreich. "Diesmal hauen wir euch weg", gibt sich Bayerns David Alaba angriffslustig und fügte hinzu: "Jeder Spieler muss über sich hinauswachsen." Genug der schönen Worte. Zeigt einfach ein gutes Spiel, dann sind alle Fans zufrieden - egal welche.