Mittwoch, 30. März 2011

Uli Hoeneß hat seinen Biss nicht verloren

Es ist nicht einfach, sich mit Uli Hoeneß und seinen Gewohnheiten anzufreunden. Immer dann, wenn sich der Präsident des FC Bayern München angegriffen fühlt, schießt er zurück oder holt - je nach Schwere des Angriffs - zum kollektiven Rundumschlag aus. Warum macht er das? Gut, Hoeneß, der seit Jahrzehnten wegen dieser Angewohnheit den Beinamen "Abteilund Attacke" hat, ist ein Fußballverrückter. Wie kaum ein anderer kennt sch der ehemalige Weltklassestürmer - der alle Höhen und Tiefen seines Sports mitmachte - im Geschäft aus, sagt offen und ehrlich, was ihm auf der Zunge liegt. Der 59-jährige gebürtige Ulmer lebt und arbeitet Fußball, erträgt keine Unregelmäßigkeiten oder aus seiner Sicht ungewöhnliche Wege, die seine Kollegen hin und wieder gehen. "Da muss ein Pulver im Kaffee der Bundesliga gewesen sein, allgemein", schimpfte der Wurstfabrikant. "Und er hat vielleicht auch etwas drin gehabt", kommentierte der Ex-Manager der Bayern die Verpflichtung seines "Busenkumpels" Christoph Daum durch die Frankfurter Eintracht. Daum hatte mal ein Kokainproblem, doch der Charakterkopf scheint geläutert, hat seine Fehler zugegeben. Vielleicht mögen sich beide auch deshalb so gerne, weil sie ähnlich gestrickt sind und ihren Sport so sehr lieben. Zwei echte Alphatiere erträgt das Geschäft nun aber nicht - auch ein Grund, warum Louis van Gaal am Ende der Saison bei den Bayern aufhört. Aufhören mit seiner Kritik wollte Hoeneß - gerade erst in Fahrt - im Düsseldorfer Forum nicht, griff auch gleich den DFB - dessen Länderspielpolitik er indirekt als Geldmache bezeichnete - scharf an, sondern stiftete auch Unruhe im Pott, dessen BVB im Meistertraum schlummert. "Wenn ich in schwarz-gelben Unterhosen schliefe, würde ich langsam unruhig werden", unkte Uli Hoeneß, nachdem Leverkusen mit seinem Kumpel und neuen Coach Jupp Heynckes den Rückstand auf sieben Zähler verkürzte. "Wenn der FC Bayern Zehn gegen Zehn spielt, hat das bestimmt nicht das Niveau wie ein Länderspiel gegen Australien, immerhin der 21. der Weltrangliste", machte Bundestrainer Joachim Löw seine Antwort nach dem 1:2 im Test gegen Australien kurz. Ob Uli Hoeneß das im schönen Bad Wiessee am Tegernsee einfach so zur Kenntnis nimmt? Prognose: Die Abteilung Attacke schießt zurück.

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