Mittwoch, 6. Juni 2012

"Müllert" es etwa bald über den Alpen?

Während die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im herbstlich kühlen Polen kräftig schwitzt, erreicht uns aus der bayerischen Landeshauptstadt ein ganz heißes Gerücht. Betroffen ist einer, der selbst gerade mit dem DFB in Danzig ackert: Thomas Müller. Der 21-jährige Offensivmann des FC Bayern München soll bei Inter Mailand im Gespräch sein. Hört, hört. Der bodenständige Oberbayer in der pulsierenden italienischen Modemetropole? Kann ich mir nicht vorstellen. Klar, die abgelaufene Saison des bayerischen Eigengewächses lief nicht berauschend, es müllerte nicht so oft wie es viele gerne gesehen hätten. Aber das lag auch daran, dass der Mann für die rechte Außenbahn oft auf der Spielmacherposition auflief oder sogar nur auf der Bank saß. Zwar nicht immer berechtigt, aber manchmal wirkte der WM-Torschützenkönig 2010 müde und ausgepumpt. Sein kometenhafter Aufstieg zur Stütze beim Rekordmeister und für Deutschland kostete Kraft - viel Kraft. Trotzdem glaube ich, dass der Publikumsliebling bleibt, auch wenn Arjen Robben seinen Platz beansprucht und mit Xherdan Shaqiri neue Konkurrenz vom Rhein an die Isar wechselt. Denn die Bayern wissen, was sie an ihrem "Thomas" haben, zudem läuft der Vertrag bis Ende 2015. "Müller" und der FC Bayern gehören zusammen wie der süße Senf und die Weißwurst. Der 27-fache Auswahlspieler wird sich dem Konkurrenzkampf stellen und - wie ich schon seit Monaten - darauf bauen, dass Coach Jupp Heynckes endlich das System wechselt. Warum denn den Müller nicht in den Sturm stellen - und zwar zu Mario Gomez. Pizarro als starker Joker und Bastian Schweinsteiger als einziger Sechser. Edin Dzeko wird vielleicht gar nicht kommen, Anatoliy Timotschuk wird wohl gehen. Kroos wird Schweinsteigers Ersatz, Gustavo bildet eine Alternative in der Abwehr. Was will ein ehrlicher Kerl wie er in der italienischen Liga? Und Lahm zu Real dürfte auch eine lahme Ente sein.

Dienstag, 5. Juni 2012

Wenn es beinahe überall ans Eingemachte geht

Drei Tage vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft geht's so richtig zur Sache - und das an beinahe allen Fronten. Mehr oder weniger bekannte Spieler wechseln hin und her, sagen kurzfristig ab oder halten ihrem Verein die Treue, zahlreiche Klubs buhlen auf der ganzen Welt um die nächsten Schnäppchen. Die Funktionäre streiten sich miteinander, reichen sich aber auch die Hand und arbeiten nebenher am nächsten Aufreger. Der eine oder andere Profi wird für sein amateurhaftes Verhalten bestraft. Dazwischen erreichen uns Meldungen von verletzten Stars, von dubiosen Wetten und nächtlichen Ausflügen. Ja, es ist einiges los kurz vor der Euro 2012. Wer diesem Sport nichts abgewinnen kann, der mag es scheinbar etwas ruhiger und eintöniger - zumindest wirkt es so. Aber - und da lege ich meine Hand ins Feuer - auch ich werde nicht jedes Spiel (komplett) anschauen. Das habe ich mir selbst versprochen und das ist auch gut so - nicht nur des häuslichen Friedens wegen. Gut, ich habe keine Zwillinge zu Hause und möchte mich trotzdem mit blondierten C-Promis treffen. Aber ich sehe auch, dass nicht nur das Fernsehen mehr zu bieten hat als Fußball. Und doch werde ich es nicht ohne den Sport mit dem runden Leder schaffen. Kollegen, Freunde und Bekannte fachsimpeln und analysieren, laden seit Tagen zu diversen Tippspielen ein. Ich habe meine Prognosen im Kopf, werde sie aber noch nicht verraten. Schon das mit einem gewissen Ilkay Gündogan hatte mir einiges an Kritik und sarkastische Lächler eingebracht. Und doch genoss ich diesen Triumph - danke "Jogi". Ich schaue einfach von Spiel zu Spiel, warte die letzten Eindrücke der Trainingseinheiten ab. Dann, ja dann lege ich mich wahrscheinlich fest. Schön wäre es, dann nicht nur ganz allein im Stillen jubeln zu können.

Montag, 4. Juni 2012

Die Mission "EM-Titel" hat offiziell begonnen

Seit etwa 16 Uhr sind unsere DFB-Nationalspieler in Polen angekommen, das noble Mannschaftshotel in Danzig ist bezogen - die Euro 2012 kann also beginnen. Bis 30. Juni ist der "Olivenhof" von der Delegation aus Deutschland gebucht, jeder Spieler im 23-köpfigen Kader bezieht in der Nobelherberge ein eigenes Zimmer. Der Trainerstab um Bundestrainer Joachim "Jogi" Löw - der das größte Zimmer "sein Eigen" nennt - will auf dem eigens errichteten Trainingsplatz die letzten Reserven aus seiner Team heraus quetschen - es gilt, an der nötigen Feinabstimmung für den Auftakt gegen Portugal (Samstag, 9. Juni, 20.45 Uhr) zu arbeiten. Ob das gelingt, wird man sehen. Dass das Quartier bis Monatsende vom "Team Deutschland" geblockt ist, lässt erahnen, wohin die Reise von Kapitän Philipp Lahm und Co. gehen soll - nämlich weiter in die ukrainische Hauptstadt Kiew. Dort wird am 1. Juli das EM-Endspiel angepfiffen. Doch bis dahin ist noch ein weiter Weg - ein sehr weiter. Das wissen auch Löw, Teamanager Oliver Bierhoff, Assistenztrainer Hans Flick sowie Torwart-Dompteur Andreas Köpke. "Manche Dinge in der Vorbereitung waren holprig. Es ist noch nicht die Frische da, wie sie bei der EM da sein wird", nimmt der Bundestrainer kein Blatt vor den Mund. "Das Tempo wird dort ein ganz anderes sein. Wir müssen in der nächsten Woche ganz fokussiert arbeiten. Es liegt viel Arbeit vor uns." Dem kann ich nicht widersprechen. Werden Klose, Mertesacker und Schweinsteiger rechtzeitig fit? Was passiert mit Gomez, wenn doch der Römer Klose erste Wahl ist? Wie stecken die Dortmunder ihre Reservistenrolle weg? Fragen über Fragen. Spätestens am Samstag um 22.30 Uhr haben wir eine erste Antwort. Doch in den 90 Minuten zuvor "muss - Zitat Poldi - der Rasen brennen".

Sonntag, 3. Juni 2012

Volle Kraft voraus mit dem Bayern-Block?

Schauen wir wieder einmal auf unsere deutsche Nationalmannschaft. Morgen treffen sich DFB-Kapitän Philipp Lahm und Co. wieder, auf geht's ins EM-Quartier nach Danzig. Dort wollen sich unsere "Bundesadler" auf das erste Spiel gegen Portugal einstimmen, es werden im Training die Fetzen fliegen. Denn die Startelf ist noch nicht komplett, besonders hinter dem Einsatz von Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose stehen noch große Fragezeichen. Ansonsten scheint Bundestrainer Joachim "Jogi" Löw seine erste Elf längst im Kopf zu haben. Und, da scheiden sich die Geister: Es werden relativ wenig Spieler des aktuellen Double-Gewinners Borussia Dortmund auflaufen - nämlich gar keine. Richtig oder falsch? Hm, schwer zu sagen. Die Bayern sind eben schon turniererprobt, sind vom Verein her eingespielt. Dass es ein Mario Götze oder ein Marco Reus können, steht völlig außer Frage. Auch ein Mats Hummels könnte es in der Innenverteidigung machen, während es Marcel Schmelzer auf der linken Außenbahn eher schwer haben wird - vor allem, wenn Lahm dort aufläuft. Es wird also für die "schwarz-gelben" Helden bei Einsätzen als Joker bleiben - es sei denn, Mertesacker wird am Samstag noch nicht bei 100 Prozent sein. Könnte passieren, dann muss der Hummels ran. Würde ich ihm gönnen, denn der junge Mann ist einer der besten Abwehrspieler der Liga. Götze wird sich aber hinter Özil einreihen müssen, ebenso wie Neu-Borusse Reus hinter Thomas Müller. Meine erwartete Aufstellung: Manuel Neuer, Philipp Lahm, Holger Badstuber, Per Mertesacker, Jérôme Boateng, Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira, Lukas Podolski, Mesut Özil, Thomas Müller, Miro Klose. Meine erhofften Einwechslungen für die Schlussphase: Reus für Müller, Schürrle für Poldi und Mario Gomez für Klose. Oder - je nach Spielverlauf - Götze für Özil. Was meint ihr?

Freitag, 1. Juni 2012

Nein, das war noch nicht das "Gelbe vom Ei"

Mit einem Sieg im Rücken zu einem großen Turnier zu fahren, das kann Auftrieb geben. Und doch bleiben einige Fragezeichen. Denn das, was die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen die internationale Großmacht Israel (Achtung Ironie!) beim 2:0-Testspielsieg zeigte, war noch längst nicht das viel zitierte "Gelbe vom Ei". Mitnichten, denn die DFB-Auswahl muss sich im ersten Gruppenspiel gegen Portugal bei der Euro 2012 in acht Tagen gewaltig steigern. Vor allem im Abschluss hakte es, teils beste Chancen wurden mitunter freistehend vergeben. Dazu fehlte im zentralen Mittelfeld ein richtiger Antreiber, Kroos und Khedira blieben schwach, leisteten sich Fehlpässe oder waren zu eng aufeinander. Auch Lukas "Poldi" Podolski darf noch ein bisschen mehr machen. Gut, manchmal wurde "Poldi" von seinen Mitspielern einfach übersehen. In EM-Form sind eigentlich nur Manuel Neuer und Kapitän Philipp Lahm, selbst der in der Innenverteidigung gesetzte Holger Badstuber wirkte etwas "angeschlagen". Nein, das hatte wohl nichts mit dem Trainingsstreit mit seinem bayerischen Teamkollegen Thomas Müller zu tun. Per Mertesacker zeigte sich - im Gegensatz zum 3:5 gegen die Schweiz - in besserer Verfassung, wurde aber auch kaum gefordert. Jérôme Boateng fiel auf der rechten Außenbahn durch seinen Offensivdrang auf, erzielte beinahe das erste Pflichtspieltor seiner Karriere (19. Pfosten). Besser machte es Mario Gomez, der humorlos abschloss. Ob er noch lacht, wenn er für Klose gegen Ronaldo und Co. weichen muss? Abwarten. Überzeugt hat mich Joker André Schürrle. Ein Spieler, der keine Anlaufzeit braucht. Einer, der vor dem gegnerischen Kasten sofort für Gefahr sorgt und zudem seinen 7. Treffer im 14. Länderspiel zum 2:0-Endstand machte. Glückwunsch!