Freitag, 9. Dezember 2011

Wenn eine ganze Stadt im Trauerzustand ist

Sportliche Pleiten auf dem grünen Rasen gehören zum Mutterland des Fußballs wie Kälte, Nebel oder Regen. Und doch hat man den Eindruck, dass es die Engländer immer wieder eiskalt und - aus ihrer Sicht - völlig unerwartet trifft. Wie begossene Pudel schlichen gleich zwei Mannschaften an diesem Mittwochabend in der Champions League vom Platz, konnten das eben Erlebte kaum fassen. Dass es mit Manchester United (1:2 beim FC Basel) und Stadtrivale Manchester City (2:0 gegen Bayern München) gleich zwei Teams aus einer Stadt trifft, ist neu. Aber - und das ist das Schöne beim Spiel mit dem runden Leder - Überraschungen gibt es immer wieder, Ergebnisse sind nicht planbar. Gut, rund um Zagreb würde man auf diese Ansicht in diesen Tagen besser keinen Pfifferling wetten. Zurück auf die Insel: Dort rauschen Begriffe wie "Black Wednesday" durch den Blätterwald, wird Uniteds-Trainerdenkmal Sir Alex Ferguson mit den Worten "Hat Fergie noch die Kraft Uniteds Probleme anzugehen?" in Frage gestellt. Mit Kraft hat das nichts zu tun, davon haben die "Red Devils" allein in Person von Stürmerstar Wayne Rooney mit Sicherheit genug. Doch United macht seinem Namen keine Ehre, tritt im Moment nicht als Mannschaft auf. Jeder ist lieber mit sich beschäftigt, geht für seinen Nebenmann kaum noch Wege mit, schimpft und hadert vor sich hin. Ähnlich ist das bei City. Eine Ansammlung von internationalen Profikickern schlägt eine bayerische B-Elf mühevoll mit 2:0. Wie man als Team auftritt, das im Konzert der Großen eigentlich keine Chance hat, zeigte Apoel Nikosia. "Kann Geld die Champions League gewinnen? Das funktioniert nicht. Man kann so was nicht kaufen", sagte Jens Lehmann bei "Sky". Oder wissen Sie noch, wann Real Madrid zuletzt den Titel holte?

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