Mittwoch, 1. Februar 2012

Von einem Streit, der gar keinen Zoff wollte

Er war einer der Stars der Bundesliga, erlebte u.a. beim 1. FC Köln, bei der Eintracht aus Frankfurt und beim FC Schalke 04 beinahe alle Höhen und Tiefen - Albert Streit. Der Mittelfeldspieler schloss sich im Januar 2008 dem königsblauen S04 an, wollte mit den "Knappen" so richtig malochen, am liebsten auch international. Doch es kam alles ganz anders, besonders als Felix "Quälix" Magath das Trainerzepter beim Kultklub aus dem "Pott" übernahm. Ein Jahr später - im Januar 2009 - war Streit nur noch Reservekicker, trainierte und spielte - falls überhaupt - nur noch in der zweiten Mannschaft. Er galt als "geldgeiler Abzocker", die Fans mochten ihn gar nicht mehr, einige bedrohten ihn. Er sollte den Verein verlassen, er wurde frühmorgens zum Training bestellt, Kollegen bekamen ein Kontaktverbot mit ihm. Der 31-Jährige bezeichnet diese Zeit als die schlimmste seines Lebens, er habe beruflich und privat große Probleme gehabt. "Das Problem war, dass meine Situation keiner hinterfragt hat. Keiner hat einmal gefragt, ob ich wirklich trainingsfaul bin, ob ich wirklich so ein fauler Sack bin", betont Streit, der in Gelsenkirchen eigentlich keinen Zoff wollte. "Und schnell war die Schublade auf und Albert Streit war drin. Und von da an war ich der faule Profi, der seinen Vertrag aussitzt." Diese schwere Zeit hat er jetzt ausgesessen, schloss sich bis zum kommenden Sommer der Alemannia aus Aachen an. Dort möchte der so Gescholtene von vorne beginnen, beweisen, dass er ein guter Kicker ist, der nicht nur auf die Kohle schaut. Obwohl das im Profifußball - so ehrlich ist Streit - ein ganz wichtiger Faktor sei. "Ich stehe dazu, dass Geld eine verdammt große Rolle spielt. Alle anderen, die nur von der sportlichen Perspektive reden, verarschen sich selber", nimmt Albert Streit wieder kein Blatt vor den Mund. Er war eben schon immer einer, der sagte, was er dachte.

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