Donnerstag, 5. Juli 2012

Ein letzter verzweifelter Hilferuf endet im Knast

Jetzt ist es also amtlich: Breno Vinícius Rodrigues Borges - genannt Breno - muss ins Gefängnis. Gestern verurteilte das Münchner Landgericht den brasilianischen Innenverteidiger zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten - ohne Bewährung. Ein harter Schlag für den 22-Jährigen, dessen Karriere als Fußballprofi damit beendet sein dürfte. Rückblick: 2008 verpflichtete der deutsche Rekordmeister FC Bayern München den so hochgelobten Abwehrspezialisten vom FC Sao Paulo für vier Jahre - umgerechnet 12,3 Millionen Euro soll der Mann gekostet haben. Eine stattliche Summe, die auf ein großes Können des Defensivallrounders hindeuten sollte. Doch - wie so oft - kam alles anders. Den Spieler aus Cruzeiro plagte an der Isar alsbald das Heimweh, zudem fehlten ihm die Sonne, seine Familie und seine Freunde. Für den damals 18-jährigen Heranwachsenden ein Schlag, ein sehr schwerer Schlag. Breno zog sich zurück, redete kaum und flüchtete sich in die Welt der sozialen Netze. Dazu - davon kann man heute ausgehen - suchte er Trost im Alkohol. Vor zwei Jahren lieh ihn der FC Bayern zum 1. FC Nürnberg aus, dort entwickelte sich der Spieler schnell weiter - hatte seinen Stammplatz sicher. Bis, ja bis ihn wieder einmal eine schwere Verletzung zurückwarf - Breno zog sich einen Kreuzbandriss zu. Er wechselte nach München zurück, absolvierte die Reha erfolgreich und fühlte sich fit. Doch für die Startelf reichte es nicht, auch weil Holger Badstuber, Jérôme Boateng, Daniel van Buyten, Anatoliy Tymoshchuk oder Luiz Gustavo den Vorzug bekamen. Zu viel für den jungen Mann, der mit so großen Vorschusslorbeeren nach Deutschland gekommen war. In einer letzten Verzweiflungstat, ob der vielen Rückschläge, zündete er in der Nacht zum 20. September 2011 seine Mietvilla in München-Grünwald an. Schade, dass es soweit kommen musste.

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