Dienstag, 12. April 2011

Die Bayern-Bosse sind überzeugt: Andries kann es

Ein Nachfolger, der gleichzeitig Assistent beim Vorgänger war, geht das? Die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge glauben "ja". Gut, in der Wirtschaft bei wechselnden Vorständen ist diese Praktik gang und gäbe, aber im Fußballgeschäft? Die mächtigen Herren an der Vereinsspitze des FC Bayern München haben  aus Zeit- und Personalmangel gar keine andere Wahl, schon am Sonntag ist das nächste Spiel. Andries Jonker, Co-Trainer des gefeuerten Louis van Gaal, muss es nun im Verbund mit Hermann Gerland richten, die Bayern müssen irgendwie den dritten Platz schaffen. Dabei ist der 48-jährige Holländer, der den entmachteten Alleinherrscher van Gaal vor seiner Beförderung brav um Erlaubnis bat, ein Mann der ruhigeren Töne. Passt irgendwie, denn "draufhauen bringt in unserer Situation auch nichts", denken sich die Spieler um Kapitän Philipp Lahm. Sie wissen selbst nicht so genau, warum sie ihre zweifelsohne vorhandene Klasse nicht auf den Rasen bringen. Rummenigge sprach von "Zwangsjacken, die blockieren" und die  jetzt abgestreift werden müssten. Einer der - wie bereits beim 6:0 gegen den Hamburger SV so geschehen - gegen Bayer Leverkusen mit dem designierten Bayern-Coach Jupp Heynckes rennen und ackern wird, ist der französische Dribbelkünstler Franck Ribery, der mit dem 59-jährigen Feierbiest nur selten Party machen konnte oder wollte. "Van Gaal ist nicht wichtig für mich", sagte er und wirkte in der ersten Einheit unter Jonker - der auf seinem Trainingsanzug "AJ" eingestickt hat - wie befreit, er lachte und scherzte mit seinen Kollegen. Dass aber Andries "AJ" Jonker mit seiner "bayerischen Boygroup" nicht zu locker umgehen darf, sollte er beachten. Denn zu viele Streicheleinheiten sind jetzt fehl am Platze, auch weil Hannover - eine Siegesserie der Bayern vorausgesetzt - erst einmal patzen muss. Das machte ja bekanntlich Thomas Kraft, den van Gaal im Winter zum Stammtorwart machte, nicht nur beim 1:3 gegen 96, sondern auch zum 1:1-Endstand beim 1. FC Nürnberg. Gegen Bayer dürfte deshalb der Ex-Leverkusener Jörg Butt wieder im Kasten stehen und der Bayern-Elf neues Leben einhauchen. Neues Leben, NEUER Wind? Schaun mer mal.

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