Freitag, 29. April 2011

"Schweini" lässt einfach mal die Sau raus

Das hatten wohl nicht viele Fußballkenner und - könner Bastian Schweinsteiger zugetraut. Der 26-jährige Nationalspieler in Diensten des FC Bayern München rastete aus, sorgte an der Säbener Straße mal wieder für einen kleineen Eklat. Lange, sehr lange ist's her, dass Basti - der nicht mehr "Schweini" genannt werden will und möchte - die Beherrschung verlor, als er im zarten Alter von 18 Jahren - als hinter den Ohren noch ziemlich grüner Jungprofi - mit seiner angeblichen "Cousine" mitten in der Nacht im Whirlpool entspannt planschte. Über acht Jahre ist das her und Schweinsteiger hat eine positive Wandlung hinter sich. Abseits des Platzes ist es ruhig um ihn geworden, von nächtlichen Discobesuchen ist rund um seine Wohnung im noblen Münchener Stadtteil Schwabing nichts (mehr) zu hören. Viel lieber geht der Mann fürs defensive Mittelfeld mit seiner Model-Freundin Sarah Brandner am Gärtnerplatz essen oder ins Kino. Nur auf dem Platz gibt der "heimliche Kapitän" sowohl bei Bayern als auch bei der Nationalelf zusammen mit Philipp Lahm den Ton an, auch wenn der Rechtsfuß zuletzt Formschwankungen zeigte. Zu überzeugend und ballsicher trat er vor und bei der WM in Südafrika auf, ließ im funktionierenden Gespann mit Real Madrids Sami Khedira den bitteren Ausfall von "Capitano" Michael Ballack zur Randerscheinung werden. Jetzt, wo seine Bayern (Vertrag bis 2016) um die Champions League-Qualifikation bangen und er nicht mehr so dominant spielt, platzte dem nachdenklichen jungen Mann in der Pressekonferenz vor dem Duell mit Schalke der Kragen. Und das, weil ihm Sport Bild-Chefreporter Christian Falk seine Führungsqualitäten absprach. Nicht zu unrecht, denn "Basti" weiß selbst am besten, dass er es besser machen kann und könnte. Dass er sich aber seit Wochen mit muskulären Problemen rumschlägt, er seit dem Winter viele Wege für den zum AC Milan gewechselten Mark van Bommel im defensiven Mittelfeld mitgehen muss, vergessen viele Berichterstatter wie Falk (leider) zu schnell. Klar, Schweinsteiger und Co. haben ihr Hobby zum Beruf gemacht, scheffeln damit Millionen. Aber: "Basti" ist auch nur ein Mensch mit Gefühlen, die er am Donnerstag einfach mal nicht richtig im Griff hatte.

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