Samstag, 23. Juli 2011

Der Lautsprecher der Liga hat wieder Empfang

Seit Uli Hoeneß, die selbst ernannte „Abteilung Attacke“ des ruhmreichen FC Bayern München, an der Säbener Straße „nur noch“ das Präsidentenamt beim deutschen Rekordmeister innehat, ist es um den schwäbischen Wurstfabrikanten eher ruhig geworden. Der Lautsprecher der 1. Fußball-Bundesliga hatte wohl keinen Empfang – oder richtige Lust – mehr, etwas kundzutun. Bis, ja bis, der chilenische Nationalspieler Arturo Vidal in diesen Tagen seinen Wechsel nach Turin bekannt gegeben hatte. Eigentlich wollte Vidal zu den Bayern kommen, er war für das „dünn bestückte“ Mittelfeld der Bayern eingeplant. „Da wurde ein Wort gebrochen. Aber ich habe auf das Wort auch nicht viel gegeben“, polterte Hoeneß, der den Chilenen gerne unter seinen Fittichen gehabt hätte, mit dem ihm so typischen roten Schädel. Doch es kam anders, auch weil Bayer Leverkusen den Südamerikaner nicht nach Süddeutschland ziehen lassen wollte. „Falls Arturo wechselt, dann nur ins Ausland“, betonte Bayers Sportdirektor Rudi Völler immer wieder. „Ich bin mir sicher, dass es nach München kommt – egal ob dieses, oder eben erst im nächsten Jahr“, sagte Bayerns Übungsleiter Jupp Heynckes und lag ebenso daneben wie viele andere auch. Es ist und bleibt eben ein ewiges Hin und Her im Tagesgeschäft Profifußball. Das Motto „Was geht mich mein Geschwätz von gestern an?“, hat sich einmal mehr bewiesen. Vidal soll bei der „alten Dame“ sein Glück finden – so wie es Hasan Salihamidzic, Diego oder Jahre zuvor Jürgen Kohler versucht hatten. Nur: Alle drei kehrten früher oder später in die Bundesliga zurück. Und die Bayern? Die sind im (defensiven) Mittelfeld derart gut aufgestellt, dass sie Arturo Vidal gar nicht brauchen. „Ich habe mir gedacht: Wenn's klappt, ist's schön, wenn's nicht klappt, ist auch gut“, umschrieb Uli Hoeneß auf Sport 1.de das (Wechsel)Theater mit inzwischen deutlich abgekühltem Kopf treffend. Es wird eben nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. In diesem Sinne: Guten Appetit!

Keine Kommentare:

Kommentar posten