Mittwoch, 18. Mai 2011

Das (zu) große Ego des unverbesserlichen Diego


Dass südamerikanische Fußballer nicht immer die einfachsten Charaktere sind, weiß und hat man im Profigeschäft schon oft erlebt. Liegt es an der fremden Kultur, der neuen Sprache oder den in Deutschland sicherlich anderen Umgangsformen? Man weiß es nicht, zumindest nicht mit Sicherheit. Diego, der die deutschen Fußballfans in seiner Zeit bei Werder Bremen mit seinem Spiel so oft verzückte und mit offenem Mund staunen ließ, ist eigentlich ein angenehmer Zeitgenosse - eigentlich. Der 26-Jährige Techniker auf der Spielmacherposition kann - wenn er will - richtig gut kicken, aber eben auch zum Enfant terrible werden. Immer wieder fiel er mit Nickligkeiten und Aussetzern auf dem Platz sowie blöden und unnötigen Fehltritten abseits des Platzes auf. Damit ist nicht etwa die Affäre mit Sängerin Sarah Connor gemeint, sondern zu schnelles Fahren, falsches Parken und unerlaubte Diskobesuche. Doch das ist alles Kindergarten im Vergleich zu dem, was sich der Brasilianer mit italienischem Pass in der Mannschaftsbesprechung vor dem "Alles oder nichts"-Spiel gegen den Abstieg seines VfL Wolfsburg bei 1899 Hoffenheim erlaubte. Felix Magath kritzelte seine erste Elf aufs Papier, der Namen Diego fehlte. Das missfiel dem Rechtsfuß derart, dass er einfach den Raum verließ und ging. Der VfL rettete mit einem 3:1-Sieg nach 0:1-Rückstand im Kraichgau die Klasse - ohne Diego. Der urlaubt gerade in Brasilien. Ob er dort über seine(n) Fehler nachdenkt? Eher nein. Trainer Felix Magath hat inzwischen seine - die richtige - Entscheidung getroffen und wird den Störenfried zur neuen Spielzeit in die zweite Mannschaft verbannen. Viel Spaß wünsche ich VfL II-Coach Köstner.

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