Sonntag, 22. Mai 2011

Löw zeigt Herz und schielt nach dem EM-Titel

Joachim "Jogi" Löw hat klare Vorstellungen, die er mit aller Konsequenz und - falls nötig - Hartnäckigkeit verfolgt. Der Bundestrainer weiß, was er will und wie er es will. "Wer kommt momentan denn in unseren Bereich?", stellte er im Interview mit der BILD-Zeitung zu den Zielen bei der EM 2012 eine mutige Gegenfrage und zeigte dabei den größten Respekt vor Spanien und den Niederlanden. "Sicher gehen wir 2012 schon von Anfang an mit dem Ziel zur EM, den Titel zu gewinnen", betonte der 51-Jährige, dessen junge aber spielerisch gereifte Mannschaft einen Pokal sicherlich verdient hätte. Ob es klappt? "Ich habe im Moment ein sehr gutes Bauchgefühl", philosophierte der Bundes-Jogi, der mit Mario Götze oder Marco Reus - beide in der Jugend des neuen Deutschen Meisters Borussia Dortmund ausgebildet und groß geworden - schon wieder zwei neue Ballkünstler in den erweiterten Kader berufen hat. Dazu kann der Bundestrainer auf die beiden Noch-Mainzer Andre Schürrle und Lewis Holtby zurückgeifen, die ebenso wie Götze und Reus zu den Leistungsträgern in ihren Teams und zu den Aufsteigern der Saison gehörten. Bei diesen Aussichten scheint klar, dass Deutschland in Polen und der Ukraine ein sehr gutes Team aufbieten wird, das Spanien oder den Niederlanden im Kampf um den Titel den Rang ablaufen könnte. Aber nur, wenn die junge DFB-Elf dem Druck gewachsen ist. Bei der WM 2010 klappte das gegen den späteren Weltmeister Spanien im Halbfinale nicht, Kapitän Philipp Lahm und seine Mitspieler wirkten nervös und unkonzentriert. Das muss und wird bei der EM im kommenden Jahr besser werden, auch weil Spieler wie Thomas Müller, Mesut Özil oder Jerome Boateng dann wieder ein Jahr weiter sind. Auf dem Papier, im Kopf - und: vor allem in der Spielanlage.

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