Freitag, 27. Mai 2011

Die bayerische Rotation feiert ein Comeback

Dass Jupp Heynckes kein Freund der (eingebauten) Stammplatzgarantie ist, mussten gerade DFB-Capitano Michael Ballack und auch Stürmer Stefan Kießling in der abgelaufenen Saison bei Bayer Leverkusen schmerzhaft erfahren. Der 66-jährige Coach ist glühender Verfechter des Rotationsprinzips und wird dieses auch bei seinem neuen Verein FC Bayern München praktizieren lassen. Dass das in München funktionieren kann und wird, das bewies auch schon Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld, der von 1998 bis 2004 kräftig durchwechselte. Bis auf Torwart Oliver Kahn, Abräumer Lothar Matthäus, Mittelfeldmotor Stefan Effenberg und Torjäger Giovane Elber – die fast immer aufgeboten wurden – tauschte der „General“ fleißig durch und hatte damit in allen Wettbewerben großen Erfolg. Zumindest bis zu dem Punkt, als ein gewisser Karl-Heinz Rummenigge das Hitzfeld’sche Vorgehen in einer Phase von mäßigen Ergebnissen mit den Worten „Fußball ist keine Mathematik“ geißelte und mit diesen Worten zum Abschied des gebürtigen Lörrachers, der studierter Mathematiker ist, an der Säbener Straße maßgeblich beigetragen hatte. „Was geht mich mein Geschwätz von gestern an?“ kann man dazu sagen, wenn der Vorstandsboss des deutschen Rekordmeisters jetzt von Heynckes und seiner geplanten Rotation schwärmt. „Der Jupp hat da einen anderen Stil“, betonte Rummenigge gegenüber Sport1. Hat er das wirklich? Interessant ist aber, dass die Anhänger einer festen Stammformation bei den Bayern in den vergangenen Jahren irgendwann scheiterten – allen voran Klinsmann und van Gaal. Es ist immer schwierig, viele Top-Stars in einer Mannschaft zu haben. Da bieten sich Personalwechsel natürlich an, auch um keine Unruhe im Team zu stiften. Kapitän Philipp Lahm, Arjen Robben, Thomas Müller, Franck Ribery sowie Torschützenkönig Mario Gomez und Manuel Neuer – sofern er denn kommt – dürften allerdings beim entthronten Meister gesetzt sein. Alle anderen Positionen werden immer wieder neu besetzt. Selbst ein Bastian Schweinsteiger könnte es schwer haben – zumindest in der gezeigten Form der Rückrunde.

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