Mittwoch, 16. November 2011

Wenn Oranje schwarz vor Augen wird

Das, was die deutsche Fußballnationalmannschaft gestern Abend gegen die holländische Auswahl zeigte, war schon beeindruckend. Eine tolle Spieleröffnung, eine sehr gut organisierte Raumaufteilung und großer Drang zum gegnerischen Tor - nur drei Dinge, die das Spiel der Elf von Bundestrainer Joachim "Jogi" Löw an diesem bitterkalten Abend in Hamburg auszeichneten. Besonders Torjäger und Ersatz-Kapitän Miroslav Klose ackerte bis zu seiner Auswechslung unermüdlich, schoss einen Treffer selbst und bereitete die anderen beiden beim ungefährdeten 3:0-Erfolg vor. Klose schoss sein 63. Tor im 113. Einsatz im Trikot mit dem Adler auf der Brust. "Die Jungs haben ihre Sache richtig gut gemacht", lobte Löw, der kurz nach dem Abpfiff schmunzelte. Er hatte genug gesehen von seiner Mannschaft, die ihren Titelanspruch bei der EM im kommenden Jahr gegen einfallslose Holländer untermauerte. Die wussten sich gegen das schnelle Direktspiel der Deutschen mitunter nur mit rüden Fouls zu helfen, selbst Spielmacher Wesley Sneijder grätschte gerne mal übel dazwischen. Diese Gangart erinnerte phasenweise an das WM-Finale 2010, bei dem Kapitän Mark van Bommel und Co. gegen munter kombinierende Spanier ebenso gerne traten. Gegen Ende der einseitigen Partie wechselte Deutschland munter durch, Torjäger Mario Gomez wurde geschont. Es wäre zu viel des Guten gewesen gegen erschreckend harmlose Niederländer. Die kassierten im 75. Autritt von Jogi Löw als Bundestrainer die höchste Niederlage seit 15 Jahren. Damals hatte die "Elftal" gegen England mit 1:4 das Nachsehen. Ein Ergebnis, das auch gestern möglich gewesen wäre. Aber die Abwehr um Torwart Manuel Neuer ließ nichts zu. "Das Spiel sagt viel über die Kraft Deutschlands aus", lobte Bondscoach van Marwijk. "Sie sind einer der großen Favoriten." In der Form sicher.

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