Freitag, 9. September 2011

Von einem Buhmann, der (gar) keiner sein will

Was hat sich Kevin-Prince Boateng im vergangenen Jahr nicht alles anhören müssen. Der gebürtige Berliner, der damals für den FC Portsmouth in der englischen Premier League aktiv war, habe Fußball-Deutschland die Weltmeisterschaft kaputt gemacht oder jede Aussicht auf den WM-Titel weggetreten. Gut, der Auswahlspieler aus Ghana kam im Zweikampf im FA-Cup gegen den FC Chelsea die eine Sekunde zu spät, erwischte den damaligen DFB-Kapitän Michael Ballack am Knöchel. Mit – wie man damals vor allem in der Bundesrepublik glaubte – schlimmen sportlichen Folgen. Ballack fiel für das Turnier in Südafrika aus, Boateng war der Buhmann schlechthin. Dass ausgerechnet sein Bruder – der heutige Bayer Jérôme – für Deutschland gegen den Ball tritt, verschlimmerte die Antipathie der deutschen Anhängerschaft gegenüber dem Mittelfeldmann zusätzlich. „Ich liebe Deutschland. Ich bin dort geboren und es ist immer schön, zurückzukehren. Auch die Bundesliga ist klasse, die Stadien sind toll und fast immer ausverkauft“, sagt der 24-Jährige. Inzwischen hat er es über den Alpen beim AC Mailand zum Stammspieler und Publikumsliebling gebracht, fühlt sich in der italienischen Modemetropole pudelwohl. Im Vorjahr holte der in seiner „Heimat“ so gescholtene sogar die Meisterschaft. An diesem Wochenende eröffnet Boateng mit seiner Mannschaft gegen Lazio Rom die neue Spielzeit in der Serie A. Dabei könnte der Linksfuß auf Neu-Römer Miroslav Klose treffen. Nicht auszudenken, wenn sich beide im Zweikampf begegnen und der Milanese den Torjäger dabei verletzten sollte. Wir wollen es nicht hoffen, schließlich möchte der Ghanaer doch nur spielen. Ich werde versuchen, an meine Leistung aus dem Vorjahr anzuknüpfen. Gleichzeitig will ich mich aber auch noch verbessern. Grundsätzlich ist es mein Ziel, so eine super Saison wie die letzte hinzulegen“, betont Leistungsträger Kevin-Prince Boateng auf Sport1.

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