Montag, 12. September 2011

Von „Merte“, der sich vom Acker machte

Per Mertesacker wechselte kurz vor Ende der Transferfrist von Werder Bremen zu Arsenal London. 11,1 Millionen überwiesen die „Gunners“ für den 1,98-Meter-Hünen an die Weser, der dort sechs Jahre lang die Abwehr organisierte. Jetzt macht das der 26-jährige Nationalspieler auf der britischen Insel, fuhr mit dem FC Arsenal gleich den ersten Saisonsieg ein. Und der „kühle Blonde“ aus dem hohen Norden fühlt sich wohl in England, das Trikot mit der Nummer vier sitzt perfekt. Trainer Arsene Wenger hält viel von seinem Neuzugang, sehr viel. „Wenn ein Deutscher redet, hört man ihm zu“, sagte der Erfolgscoach, dem nicht entgangen war, dass „Merte“ seine Nebenleute in der Abwehr dirigierte. „Wenger ist eine große Persönlichkeit. Er vertraut mir zu 100 Prozent, hat eine kurze, klare Ansprache“, schwärmt Mertesacker von seinem neuen Chef. Und nach seinem ersten Sieg sagte er: „Das gibt Selbstvertrauen. Ich habe gespürt, alles ist fünf Prozent intensiver. Die Zweikämpfe, das Tempo.“ Aber schon heute kehrt der gebürtige Niedersachse – der bei Hannover 96 seine Profi-Laufbahn begann – in seine Heimat zurück, ist morgen mit seinem neuen Verein in der Champions League bei Meister Borussia Dortmund zu Gast. „Ich komme aus den besonderen Momenten gar nicht heraus. Für mich ist Dortmund Top-Favorit aufs Achtelfinale und weiter eine Top-Truppe. Die sind trotz der Niederlage gegen Hertha zuhause eine Macht“, äußerte sich der Ex-Bremer respektvoll gegenüber der BILD-Zeitung. Auch ein Zeichen der menschlichen Reife und bescheidenen Art, die den Abwehrspezialisten auszeichneten und auszeichnen. Mertesacker ist eben auf dem Boden geblieben. Zu seiner Bremer Zeit fuhr er einen Golf und nicht wie die meisten Mitspieler einen Touareg oder Phaeton des Sponsors VW. Für ihn zählte eben nur das von A nach B kommen und nicht das bloße Auffallen. Per Mertesacker ist ein Weltstar, bei dem es ziemlich menschelt. Luxus braucht er nicht – warum auch? Er ist trotz seiner Größe auf dem Boden geblieben.

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