Dienstag, 2. August 2011

Augsburg: Ein getürktes Spiel mit Thurk

Unfassbar, aber wahr. Der Erstliga-Aufsteiger FC Augsburg sorgt kurz vor dem Saisonstart für Schlagzeilen – und was für welche. FCA-Manager Andreas Rettig und Coach Jos Luhukay haben einen ihrer Spieler völlig überraschend vor die Türe gesetzt. Michael Thurk wurde mit sofortiger Wirkung trotz laufenden Vertrages bis 30. Juni 2012 suspendiert. Ja, sind wir denn in der Augsburger Puppenkiste? Nicht einmal eine Woche vor der Premiere im Fußball-Oberhaus haben Rettig und Luhukay nichts Besseres zu tun, als das Gesicht des Aufstiegs aus dem Kader zu werfen. „Systemumstellung von 4-4-2 auf 4-2-3-1“, „sportliche Gründe“? Dass ich nicht lache. Klar, der Ex- Mainzer und ehemalige Frankfurter ist mit seinen 35 Jahren nicht mehr der Jüngste. Aber Thurk war, ist und wird nach wie vor für mindestens ein Tor gut sein. In 81 Erstliga-Matches lochte der Familienvater für den FSV und die Eintracht 22 Mal ein, zeigte mit elf Treffern für den Aufsteiger in der Vorbereitung mehrfach seine Klasse. Und jetzt? Da soll plötzlich alles schlecht sein oder der Stürmer nicht mehr ins Mannschaftsgefüge passen. Gut, Michael Thurk ist ein Mann, der sagt was er denkt. So einer, wie es einst Stefan Effenberg oder auch Mario Basler waren. „Es sind in erster Linie sportliche Gründe, die uns zu dieser Entscheidung veranlasst haben, weil nach dem Systemwechsel keine Position mehr für Michael frei ist“, betonte Trainer Luhukay in einer Mitteilung des Vereins. So, aha. Und in welchem System – in das der Torjäger nicht mehr passt – wurde dann bitte in der Vorbereitung gespielt? Lieber Herr Rettig, lieber Herr Luhukay, diese Entscheidung werden Sie noch bereuen. Sie können als Zugereiste im bayerischen Schwaben vielleicht den dort gesprochenen Dialekt schon verstehen, aber den Menschenschlag und/oder die Anhängerschaft des FCA für dumm verkaufen sollten Sie nicht. „Ich habe ja gemerkt, wie der Trainer mit mir umgegangen ist“, sagte der vor die Tür gesetzte und wirkte dabei nicht sonderlich überrascht. Fazit: Was für ein Kasperletheater.

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