Sonntag, 15. Januar 2012

An der Elbe sind die Wogen vorerst geglättet

Neues vom Hamburger Sportverein. Dort ging es auf der Mitgliederversammlung friedlich zu, selbst für Ex-Vorstand Bernd Hoffmann lief der Abend in geregelten Bahnen ab - und das in seiner Abwesenheit. Er wurde mit deutlicher Mehrheit entlastet, alle Vorwürfe sind vom Tisch. Der HSV wird keine weiteren rechtlichen Schritte einleiten. "Der Aufsichtsrat hält es allgemein für ungewöhnlich, dass wichtige Geschäftsvereinbarungen über Hunderttausende Euro überwiegend mündlich vereinbart und die dazugehörigen Dienstleistungen mündlich und persönlich abgerufen und erbracht wurden", sagte Aufsichtsrats-Chef Otto Rieckhoff in seiner Rede.  Leise Zweifel an der Arbeit Hoffmanns bleiben also. Aber der Bundesliga-Dino möchte über 2012 hinaus alles besser machen - und wie. Denn während Sportchef Frank Arnesen eine gute Arbeit bescheinigt wird, träumt Vereinsboss Carl-Edgar Jarchow bereits vom Titel. Der HSV dürfe nicht auf Dauer um Platz fünf bis zehn spielen. "Das ist nicht unser Anspruch", betonte Jarchow, mittelfristig müsse man wieder einen "Pokal in die Stadt holen".Klingt nach großen Träumen, die den neuen Coach Thorsten Fink und seine Mannschaft - die sich gerade erst Stück für Stück aus dem Tabellenkeller mausert - unter Druck setzen. Dass die Nordlichter mehr können als sie zuletzt zeigten, ist unbestritten. Aber der letzte Titel ist Jahre her, das Team muss mehr Konstanz in ihr Spiel bringen. Das wird die Aufgabe von Fink sein, der aus Basel mit großen Vorschusslorbeeren seinen Dienst angetreten hat. Ob er den Klub mit der Raute wieder auf Kurs bringt? Einfach wird das nicht - nachzufragen bei Trainern wie Jara, Toppmöller, Labbadia, Veh. Und das sind nur einige wenige Beispiele der vorigen (durchwachsenen) Jahre zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

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