Donnerstag, 12. April 2012

Wenn einer in der bittersten Stunde wahre Größe zeigt

Die 86. Minute im Dortmunder Signal Iduna-Park. Soeben hatte Arjen Robben, Superstar des FC Bayern München, seinen Elfmeter kläglich vergeben – Borussia Dortmunds Keeper Roman Weidenfeller war in die richtige Ecke abgetaucht. Abtauchen, im Boden versinken, sich in Luft auflösen. Dinge, die Robben in dieser Sekunde am liebsten auch getan hätte. Erst Recht, als sich BVB-Verteidiger Neven Subotic hämisch grinsend und Grimassen schneidend vor dem Niederländer aufbaute. Der blieb – im Angesicht dieser unsportlichen Geste – ruhig, ließ sich nicht zu einer dummen Tätlichkeit aus Wut und Enttäuschung hinreißen. Nein, der 28-jährige Familienvater schlich kopfschüttelnd aus dem Strafraum – es blieb beim 1:0 für den Titelverteidiger nach Robert Lewandowskis Hackentor in der 79. Minute. Dass Robben kurz vor dem Abpfiff einen Abpraller von der gelb-schwarzen Querlatte aus vier Metern über den Kasten in Richtung Fanblock donnerte, passte ins Bild. Denn auch bei der Führung des Spitzenreiters hatte es den Linksfuß auf eben diesem erwischt – er hob das Abseits auf. Dass Lewandowski im Konterspiel in der Nachspielzeit beinahe noch zum 2:0-Endstand traf – auch hier stand die Latte im Weg – wäre aber aus bayerischer Sicht zu viel des Guten gewesen. Natürlich hatte der Meister im ersten Abschnitt die besseren Chancen, ließ Robben und Co. wie Statisten aussehen. Nur FCB-Torwart Manuel Neuer und der Pfosten wehrten sich gegen den Offensivdrang der Westfalen, Franck Ribéry und die „Nummer 10“ blieben wirkungslos. Aber in der zweiten Halbzeit drehten die Bayern auf, trafen aber das Tor nicht. „Das ist sehr bitter und sehr enttäuschend. Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, suchte der (tragische) Held in den Katakomben nach einer Erklärung. „Das ist peinlich. Ich habe zuletzt zehn oder elf Elfmeter in Folge getroffen. Ich kann mich nur bei der Mannschaft entschuldigen.“ Respekt für diese Worte. Arjen Robben hat wie schon oft wahre Größe gezeigt – dieses Mal jedoch neben dem Platz. Glückwunsch zur Meisterschaft, BVB!

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