Donnerstag, 31. März 2011

Nach den Trainern sind jetzt die Spieler dran

Was war das im deutschen Fußball-Oberhaus in den vergangenen Wochen für ein Theater. Louis van Gaal, Jupp Heynckes, Robin Dutt, Felix Magath, Michael Skibbe, Armin Veh oder Pierre Littbarski wurden gewollt oder ungewollt zu Hauptdarstellern, mussten oder müssen ihre Vereine als Trainer sofort oder zum Saisonende verlassen. Mit Ralf Rangnick (Schalke 04), Michael Oenning (HSV) und dem nimmermüden Christoph Daum  (Eintracht Frankfurt) sowie dem Blitzwechsel von Ex-Schalker Magath zurück zu Wolfsburg haben vier Herren sofort ein neues Engagement gefunden. "Puh, erstmal durchatmen", könnte man fatalerweise meinen. Falsch, denn das Frühjahr ist da und es erwachen nicht nur Blumen, Tiere und Pflanzen aus ihrem Winterschlaf. Nein, auch die Spielerberater sind wieder unterwegs, haben das Handy oder den Computer immer im Anschlag, schauen sich aktiv um. Da wird Ruud van Nistelrooy in England angeboten, Raul soll nach nur einem Jahr im Pott nach Spanien zurück, die beiden Weltklasse-Torhüter Manuel Neuer und Rene Adler sind sowieso schon mit einem Bein auf der Insel - gut, Neuer ist Dauerthema bei den Bayern. Doch ob sich der Schalker nach den üblen Schmährufen im Pokal-Halbfinale das antut, darf entschieden bezweifelt werden. Der Ur-Schalker bei der Hassliebe aus München? Unvorstellbar. Doch im Fußball gibt es nichts, was es nicht gibt und so jagt die "Alte Dame" aus Turin wieder einmal die halbe Liga, die prominentesten Namen sind mit Miroslav Klose, Lukas Podolski und Andreas Beck gleich drei deutsche Nationalspieler. Nun, zwischen jagen und kriegen ist ein weiter Weg, den auch Juventus Turin erst einmal meistern muss. Es könnte durchaus sein, dass die ehemaligen Topklubs aus Europa  wie Juve auf dem deutschen Transfermarkt in die Röhre schauen, schließlich hat die deutsche Bundesliga in den Vorjahren an Qualität gewonnen. "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah", lautet ein Sprichwort. Also die Herren - einfach mal bei Felix Magath nachfragen.

Mittwoch, 30. März 2011

Uli Hoeneß hat seinen Biss nicht verloren

Es ist nicht einfach, sich mit Uli Hoeneß und seinen Gewohnheiten anzufreunden. Immer dann, wenn sich der Präsident des FC Bayern München angegriffen fühlt, schießt er zurück oder holt - je nach Schwere des Angriffs - zum kollektiven Rundumschlag aus. Warum macht er das? Gut, Hoeneß, der seit Jahrzehnten wegen dieser Angewohnheit den Beinamen "Abteilund Attacke" hat, ist ein Fußballverrückter. Wie kaum ein anderer kennt sch der ehemalige Weltklassestürmer - der alle Höhen und Tiefen seines Sports mitmachte - im Geschäft aus, sagt offen und ehrlich, was ihm auf der Zunge liegt. Der 59-jährige gebürtige Ulmer lebt und arbeitet Fußball, erträgt keine Unregelmäßigkeiten oder aus seiner Sicht ungewöhnliche Wege, die seine Kollegen hin und wieder gehen. "Da muss ein Pulver im Kaffee der Bundesliga gewesen sein, allgemein", schimpfte der Wurstfabrikant. "Und er hat vielleicht auch etwas drin gehabt", kommentierte der Ex-Manager der Bayern die Verpflichtung seines "Busenkumpels" Christoph Daum durch die Frankfurter Eintracht. Daum hatte mal ein Kokainproblem, doch der Charakterkopf scheint geläutert, hat seine Fehler zugegeben. Vielleicht mögen sich beide auch deshalb so gerne, weil sie ähnlich gestrickt sind und ihren Sport so sehr lieben. Zwei echte Alphatiere erträgt das Geschäft nun aber nicht - auch ein Grund, warum Louis van Gaal am Ende der Saison bei den Bayern aufhört. Aufhören mit seiner Kritik wollte Hoeneß - gerade erst in Fahrt - im Düsseldorfer Forum nicht, griff auch gleich den DFB - dessen Länderspielpolitik er indirekt als Geldmache bezeichnete - scharf an, sondern stiftete auch Unruhe im Pott, dessen BVB im Meistertraum schlummert. "Wenn ich in schwarz-gelben Unterhosen schliefe, würde ich langsam unruhig werden", unkte Uli Hoeneß, nachdem Leverkusen mit seinem Kumpel und neuen Coach Jupp Heynckes den Rückstand auf sieben Zähler verkürzte. "Wenn der FC Bayern Zehn gegen Zehn spielt, hat das bestimmt nicht das Niveau wie ein Länderspiel gegen Australien, immerhin der 21. der Weltrangliste", machte Bundestrainer Joachim Löw seine Antwort nach dem 1:2 im Test gegen Australien kurz. Ob Uli Hoeneß das im schönen Bad Wiessee am Tegernsee einfach so zur Kenntnis nimmt? Prognose: Die Abteilung Attacke schießt zurück.

Dienstag, 29. März 2011

Sie treffen und treffen und treffen

Miroslav Klose und Mario Gomez haben einfach einen unglaublichen Torriecher, treffen in letzter Zeit in schönster Regelmäßigkeit. Beide stürmen für den FC Bayern München, beide tragen das Trikot mit dem deutschen Bundesadler auf der Brust. Und doch gibt es zwischen Klose und Gomez einen wesentlichen Unterschied. Während der 32-jährige Pfälzer beim deutschen Rekordmeister seit Wochen auf der Bank schmort, ist er bei der Deutschen Nationalmannschaft gesetzt. "Ich weiß, was er kann", sagte Bundestrainer Joachim "Jogi" Löw und schenkte dem stillen Anführer sein Vertrauen. Das zahlt "Miro" mit Toren zurück, erzielte in der EM-Qualifikation gegen Kasachstan die Treffer 60 und 61 - bei 107 Versuchen. Das ist eine wahrlich meisterliche Quote, die auch der 25-jährige Unlinger Gomez zu verzeichnen hat. Er verdrängte zum Ende der Hinrunde seinen Kumpel aus der bayerischen Startelf, markierte insgesamt 29 Tore in 54 Spielen. "Es kann immer nur einer spielen." Ein Motto, das eigentlich nur für Torhüter gilt. Bei den beiden Angreifern ist das anders. Während Mario Gomez bei den Bayern die Kugel versenkt, macht Miroslav Klose im DFB-Trikot seine Kisten. Zusammen sind sie eine richtig gute Waffe, über die Löw und Louis van Gaal  - beziehungsweise ab Sommer Jupp Heynckes - einfach nur froh sein können. Und: Der Bundes-Jogi lässt heute Abend gegen Australien im Freundschaftsspiel womöglich beide auflaufen. Mal schauen, was die Kumpels zusammen zeigen können. Prognose: Einer von beiden trifft bestimmt ins Schwarze - vielleicht auch Gomez im "falschen" Hemd.

Dienstag, 22. März 2011

Der eine geht, der andere kommt - Medizinbälle bleiben

Ach, was sind das nicht für verrückte Tage in unserem liebsten Fußball-Oberhaus. Ralf Rangnick ist auf Schalke angekommen, Felix Magath in Wolfsburg nie weg gewesen und Robin Dutt heuert im Sommer in Leverkusen an. Gleichzeitig erklärt Jupp Heynckes seinen Abschied bei Bayer, gibt dem großen FC Bayern aber noch einen Korb. Geht es dem 65-jährigen Trainer selbst zu schnell. Hat auch er schon Schwindelgefühle? Man weiß es nicht. Während also Heynckes noch grübelt, präsentierten die Breisgau-Brasilianer mit Marcus Sorg ihren neuen Mann an der Seitenline, den bisherigen Coach der U23 des SC Freiburg. Diese Personalie liegt voll im Trend der jungen Wilden auf Deutschlands Schleudersitzen, passt in die Riege um Thomas Tuchel und Jürgen Klopp. Alterspräsident Heynckes gehört indes noch nicht zum alten Eisen, er wird bis Saionende bei Bayer alles geben, damit es mindestens für den zweiten Platz reicht. Reichen tut es auch schon wieder Felix Magath, der seiner neuen und alten Mannschaft einen konditionell katastrophalen Zustand bescheinigt. Da müsse man vier Monate in zehn Tagen aufholen, ist aus der Autostadt zu hören. Da ist er wieder der "Quälix" und hat seine besten Freunde aus dem eingestaubten Geräteschrank befreien lassen - die Medizinbälle. Ob das hilft? Man muss abwarten, ob die "Wölfe" mit dieser Maßnahme wieder bissig und hungrig werden. Frei nach dem Motto: "Wir sind dann mal unterwegs". "Wir, das sind die Medizinbälle und du!" Das bekam Witzbold Oliver Pocher einmal beim "Probetraining" zu hören, der den Ernst der Lage ziemlich schnell "erfasste". Das sollten die Wolfsburger auch tun, möglichst im Eiltempo.

Donnerstag, 17. März 2011

Sensation: Felix Magath kehrt nach Wolfsburg zurück

Die Bundesliga spielt nicht nur verrückt, nein sie scheint derzeit völlig außer Kontrolle zu sein. Erst am Mittwochvormittag um 11 Uhr wird Felix Magath als Trainer, Manager und Vorstandsmitglied bei Schalke 04 entlassen, reicht noch am Nachmittag selbst seine Kündigung ein. Ein doppelter Rauswurf? “Doppelt gemoppelt hält besser” heißt ein Sprichwort, das Magath an dieser Stelle beherzigt hatte - mit einem Hintergedanken? Während noch am gleichen Abend Ralf Rangnick als neuer Übungsleiter bei den Knappen bestätigt wird, rührt Magath im Kreise seiner Liebsten in München höchstwahrscheinlich zur gleichen Zeit genüsslich in seinem Tee. Hat der Meistertrainer da schon eine Vorahnung? Mit anderen Worten: Bekam der 57-jährige Aschaffenburger da bereits einen Anruf von seinem Ex-Club VfL Wolfsburg, mit dem der Ex-Mittelfeldstar des Hamburger SV vor zwei Jahren sensationell die Salatschüssel in die Autostadt holte. Man könnte es meinen, denn am späten Donnerstagabend gegen 23 Uhr sickert die Meldung durch, dass der aus Gelsenkirchen gerade erst vom Hof gejagte am Freitagvormittag als Trainer, Manager und Vorstandsmitglied in Wolfsburg vorgestellt wird. Sehr zum Leidwesen von Dieter Hoeneß, dessen Vertrag aufgelöst wird. Und auch für Pierre “Litti” Littbarski dürfte das kurze Intermezzo als Chefcoach der “Wölfe” aus seiner Sicht ziemlich schnell vorbei sein. Dabei hat “Litti” spätestens am Montag wieder einen Job. Dann kann er wieder mit seiner Frau zum Einkaufen gehen, wie er das sonst immer getan hat. Ob er dann auf seinen Nachfolger trifft? Könnte sein, denn Felix Magath ist gerne auf (Shopping)Tour und sucht neue Spieler. Tipp: Mögliche Transfers bitte genau mit dem VW-Vorstand absprechen, sonst stottert der Motor.