Real Madrid gegen FC Barcelona. Ronaldo gegen Messi. Spanischer Rekordmeister gegen Champions League-Sieger. Pokalsieger gegen Titelverteidiger. Man könnte die Reihe der superlativen Begriffe endlos fortsetzen, wenn man über das Spiel der Spiele auf der iberischen Halbinsel schreibt, sich damit beschäftigt oder daran denkt. Aber - und da stoßen die "Galaktischen" und die "Unmenschlichen" an ihre Grenzen - dieses Spiel (22 Uhr, u.a. sky) wird auch nach 90 Minuten abgepfiffen werden. Vorher dürfte und wird es allerdings zur Sache gehen - und wie. Die aktuell beste Offensive mit Ronaldo und Co. empfängt die katalanische Fußballkunst um den argentinischen Weltstar Lionel Messi. Beinahe die gesamte spanische Nationalmannschaft - also die aktuellen Europa- und Weltmeister treten miteinander oder in direkten Duellen gegeneinander an. Selbst an der Seitenlinie treffen zwei Charakterköpfe des Weltfußballs aufeinander. Auf der einen Seite Jose Mourinho, der sich in aller Bescheidenheit für den Größten der Trainerzunft hält, aus der anderen Seite Josep "Pep" Guardiola, der schon als Spieler für den FCB aufgelaufen ist. Zuletzt hat es immer gekracht und zwar auf und abseits des Platzes - auch die eine oder andere Rote Karte war dabei. Schade, denn eigentlich haben beide Teams genug Qualität, um die Frage nach dem Besseren sportlich zu klären. Um kurz vor Mitternacht wissen wir mehr. Dann ist das erste und sehr wahrscheinlich nicht letzte Kräftemessen der beiden Traditionsvereine beendet. Aktuell liegt Real mit drei Zählern vor Barca, könnte in der Meisterschaft - die bei den "Königlichen" nach eigenen Angaben Priorität genießt - auf sechs Punkte davon ziehen. Könnte, muss aber nicht. Schließlich hat der FC Barcelona - der nur sieben Gegentreffer in 15 Ligaspielen zuließ - zuletzt ansteigende Form gezeigt, eben rechtzeitig zum "el clasico".
Samstag, 10. Dezember 2011
Freitag, 9. Dezember 2011
Wenn eine ganze Stadt im Trauerzustand ist
Sportliche Pleiten auf dem grünen Rasen gehören zum Mutterland des Fußballs wie Kälte, Nebel oder Regen. Und doch hat man den Eindruck, dass es die Engländer immer wieder eiskalt und - aus ihrer Sicht - völlig unerwartet trifft. Wie begossene Pudel schlichen gleich zwei Mannschaften an diesem Mittwochabend in der Champions League vom Platz, konnten das eben Erlebte kaum fassen. Dass es mit Manchester United (1:2 beim FC Basel) und Stadtrivale Manchester City (2:0 gegen Bayern München) gleich zwei Teams aus einer Stadt trifft, ist neu. Aber - und das ist das Schöne beim Spiel mit dem runden Leder - Überraschungen gibt es immer wieder, Ergebnisse sind nicht planbar. Gut, rund um Zagreb würde man auf diese Ansicht in diesen Tagen besser keinen Pfifferling wetten. Zurück auf die Insel: Dort rauschen Begriffe wie "Black Wednesday" durch den Blätterwald, wird Uniteds-Trainerdenkmal Sir Alex Ferguson mit den Worten "Hat Fergie noch die Kraft Uniteds Probleme anzugehen?" in Frage gestellt. Mit Kraft hat das nichts zu tun, davon haben die "Red Devils" allein in Person von Stürmerstar Wayne Rooney mit Sicherheit genug. Doch United macht seinem Namen keine Ehre, tritt im Moment nicht als Mannschaft auf. Jeder ist lieber mit sich beschäftigt, geht für seinen Nebenmann kaum noch Wege mit, schimpft und hadert vor sich hin. Ähnlich ist das bei City. Eine Ansammlung von internationalen Profikickern schlägt eine bayerische B-Elf mühevoll mit 2:0. Wie man als Team auftritt, das im Konzert der Großen eigentlich keine Chance hat, zeigte Apoel Nikosia. "Kann Geld die Champions League gewinnen? Das funktioniert nicht. Man kann so was nicht kaufen", sagte Jens Lehmann bei "Sky". Oder wissen Sie noch, wann Real Madrid zuletzt den Titel holte?
Donnerstag, 8. Dezember 2011
Wenn sich zwei wieder lieb haben – also einigen
Was war das nur für ein ewiges Hin und Her zwischen dem ehemaligen Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell und dem bis dato hoffnungsvollsten Talent unter den deutschen Unparteiischen, Michael Kempter. Der heute 28-jährige Sauldorfer hatte dem Augsburger Schweinereien vorgeworfen. Genauer gesagt, bezichtigte der gelernte Bankkaufmann den 64-Jährigen der sexuellen Belästigung seiner Person. Interessant, wenn man bedenkt, dass Amerell verheiratet ist und Kempter seit einiger Zeit eine feste Freundin hat. Was ist also wirklich passiert zwischen den Beiden? Man wird es nie erfahren – und jetzt ohnehin nicht mehr. Denn die beiden Widersacher haben sich auf einen Einigungsvorschlag des Oberlandesgerichts Stuttgart eingelassen, nachdem der ältere der Beiden wegen Rufschädigung Schadensersatz in Höhe von 15.000 Euro forderte. Der Ex-Schiedsrichter zog seine Vorwürfe zurück, der Funktionär ließ seine Klage fallen. Na also. In der besinnlichen Vorweihnachtszeit haben beide nachgedacht, sind zur Erkenntnis gekommen, dass eine noch länger anhaltende Schlammschlacht niemanden etwas bringt. „Ich bin nicht mit jeder Formulierung in dieser Erklärung glücklich“, äußerte sich Amerell dazu. „Aber es ist von der Psychologie her sehr wichtig, das hier abzuschließen.“ Kempter ließ seinen Anwalt Christoph Schickhardt zu Wort kommen, der sich wie folgt äußerte: „Wir stimmen diesem Vergleich im Hinblick einer Befriedigung zu, dass Herr Kempter wieder neu durchstarten kann.“ Das wäre wohl für alle Beteiligten das Beste. Schließlich war Michael Kempter einer der besten seiner Zunft und hätte auch international eine tolle Leistung auf dem Platz geboten. Und da ist das Stichwort gefallen: „auf dem Platz“. Was, wer, mit wem und warum macht oder wie er es tut, ist reine Privatsache. Michael Kempter gehört wieder an die Pfeife.
Mittwoch, 7. Dezember 2011
DFB: Der Niersbach macht den Zwanziger
Nach dem überraschend angekündigten Rücktritt von Dr. Theo Zwanziger als DFB-Präsident, rauchten in der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt am Main die Köpfe. Während sich manche Experten schwarz über den Entschluss Zwanzigers ärgerten und noch immer aufregen, zauberte der Deutsche-Fußball-Bund (DFB) den Nachfolger bereits aus dem Hut. Es ist Wolfgang Niersbach, der seit 2007 DFB-Generalsekretär ist. Wirklich keine überraschende Wahl, auch wenn mit Erwin Staudt, dem ehemaligen Präsidenten des VfB Stuttgart, ein anderer bekannter Name auf der Kandidaten-Liste auftauchte. Doch der Wirtschaftsfachmann zog zurück und unterstrich seine Entscheidung mit folgender Begründung: „Ich habe immer gesagt, wenn Herr Niersbach kandidiert, respektiere ich das absolut und bringe mich auch nicht ansatzweise ins Spiel“, erklärte der 63-Jährige. So ist die Bahn frei für Niersbach, der einen ausgezeichneten Ruf in der Fußballbranche genießt und mit der UEFA sowie der FIFA bestens vernetzt ist. „Es sind sehr viele positive Signale ausgesendet worden, die mich in meiner Entscheidung bestätigt haben. Ich habe gewaltigen Respekt vor diesem Amt“, musste Niersbach zugeben. „Aber ich bin bereit und traue es mir zu, weil ich diese gewaltige Rückendeckung bekommen habe. Ich war immer ein Mannschaftsspieler und der Präsident eines solchen Verbandes kann auch kein Solist sein.“ Kann er nicht? Genau das war dem scheidenden Präsidenten zuletzt immer wieder vorgeworfen worden. Egal ob es um Bestechungsaffären, Steuerskandale der Schiedsrichter oder technische Regeländerungen ging. Dr. Zwanziger, dem ein autoritärer Führungsstil nachgesagt wird, beharrte immer auf seinen Standpunkten. Gegenwind hatte er nicht so gerne, keine Frage. „Wolfgang Niersbach ist die beste Wahl. Er erhält meine volle Unterstützung“, betonte Zwanziger: „Ich habe an Alternativen gedacht, aber ich bin froh, dass die erste Alternative zum Tragen kommt.“
Dienstag, 6. Dezember 2011
Hat sich da etwa jemand ganz gehörig verbabbelt?
Seit Wochen zieht sich das Vertragshickhack um Markus Babbel, Trainer von Hertha BSC Berlin, schon in die Länge. Wie alter Kaugummi klebt es an den Schuhen von Manager Michael Preetz, der das Theater langsam satt hat. Gerne würde der Ex-Stürmer den ehemaligen Verteidiger an die kurze Berliner Leine nehmen, doch der gebürtige Münchner zögert (noch). Fakt ist, dass Babbels Vertrag an der Spree im kommenden Sommer ausläuft, seine Familie nach wie vor an der Isar zu Hause ist. Dort könnte - falls Jupp Heynckes nicht verlängert - ab 2013 ein Trainerposten beim FC Bayern München frei werden. Eine reizvolle Aufgabe, natürlich auch für Babbel. Der schnürte 16 Jahre für den deutschen Rekordmeister in der Jugend und bei den Aktiven die Fußballschuhe, kennt den Verein und seine Strukturen ausgezeichnet. Markus Babbel machte nie einen Hehl daraus, wie reizvoll es für ihn wäre, die Bayern zu coachen. "Totaler Blödsinn. Sie können sicher sein, dass wir den Jupp Heynckes nicht zum Frühstücksdirektor machen werden", bezog Bayern-Präsident Uli Hoeneß klar Position. Gerüchte waren im Umlauf, dass der 39-Jährige im kommenden Sommer beim FC Bayern einsteigen könne und Heynckes dafür als eine Art Sportdirektor fungieren könnte. "Wir sind doch mehr als dankbar, dass er zu uns gekommen ist. Jupp Heynckes ist unser Trainer. Dafür haben wir ihn eingekauft. Er wird entweder bis 2013 oder 2014 bei uns bleiben - aber nur als Trainer und nichts anderes", sagte Hoeneß. Klingt nach einer klaren Tendenz, muss aber nichts heißen. Der Profifußball ist und bleibt ein Tagesgeschäft - auch in München an der Säbener Straße. Das wissen Hoeneß, Heynckes und auch Babbel ganz genau. "Schau'n mer mal", würde Franz "Kaiser" Beckenbauer sagen.
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