Mittwoch, 2. Mai 2012

Die stille Konstante im bayerischen Hintergrund

Die Vereinsbosse und die Klub-Mitarbeiter schätzen ihn, seine Mitspieler und Freunde mögen ihn. Und das auch, weil er trotz des Rummels um sein Dasein als Fußballprofi so herrlich normal geblieben ist. Die Rede ist von Bayern-Ersatzkeeper Hans-Jörg Butt, der sich widerstandslos in die Rolle der "Nummer zwei" beim großen FC Bayern München einfügte. Als Nationaltorwart Manuel Neuer im Sommer an die Isar wechselte, war dem 37-jährigen Oldenburger klar, dass er bei den Bayern so gut wie kein Spiel mehr macht. Protest, Kritik, laute Worte? Fehlanzeige, der Familienvater reihte sich nahtlos ein, ordnete sich im Münchner Starensemble brav unter. Seit 2008 ist der Liebhaber von Oldtimern - ja, nicht etwa von teuren Sportwagen - ein "Bayer", wird in der kommenden Saison an der Säbener Straße zum Jugendkoordinator gemacht. Eine schöne und angenehme Aufgabe für einen verdienten Mitarbeiter, der am Samstag gegen den VfB Stuttgart wohl zum 387. und letzten Mal ein Bundesliga-Tor hütete. "Ich habe das Spiel genossen. Die ganze Atmosphäre in der Stadt ist durch das Finale der Champions League geprägt, das hat man im Spiel gegen Stuttgart auch gespürt", betont Butt. Schon beim Hamburger SV oder bei Bayer Leverkusen zeigte der Keeper mit den eiskalten Nerven - Butt verwandelte 26 Elfmeter - seine Klasse, galt auch an der Elbe sowie am Rhein als still und zurückgezogen, aber zugleich auf den Punkt fit und reaktionsschnell. Zweimal stand er schon im Champions League-Finale (2002 mit Bayer gegen Real, 2010 mit Bayern gegen Inter), die dritte Chance zum Gewinn kommt jetzt gegen Chelsea. Gut, Jörg Butt wird auf der Bank Platz nehmen. Aber trotzdem wünscht man einem Musterprofi wie ihm diesen Karriereabschluss. Mindestens ein Pott wäre absolut verdient.

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