Jetzt hat er also aufgegeben. Dieter Schneider, Präsident des TSV 1860 München, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Und das, obwohl der Unternehmer aus Dachau im ewig schwelenden Konflikt mit Investor Hasan Ismaik nicht nachgeben wollte. Eigentlich wollte Schneider im Mai erneut um das Amt kandidieren, man habe sich zuletzt mit dem Jordanier angenähert. Hm, dieser kleiner Burgfriede war wohl nur von kurzer Dauer - oder nur für die Öffentlichkeit arrangiert. Es ging um Geld, Personal und Kompetenzen beim Giesinger Traditionsverein, der zumindest sportlich in der 2. Fußball-Bundesliga in vergleichsweise ruhigeren Fahrwassern unterwegs ist. Sogar ein Aufstieg ins Fußball-Oberhaus ist - trotz aller Querelen - noch nicht vom Tisch. "Es sind nur sechs Punkte bis auf Platz drei. Wer die Negativerlebnisse am besten meistert, wird am Ende Dritter", sagt 1860-Coach Alexander Schmidt. Mal schauen, ob Benjamin Lauth und Co. die Unordnung im Verein wegstecken oder beiseite schieben können. Ich kann mir vorstellen, dass sie das schaffen. Aber einfach wird es nicht, schließlich war der scheidende Präsident auch bei den treuesten Löwen-Fans äußerst beliebt. Ob nun der bisherige Vize Otto Steiner das nicht ganz einfache Amt übernehmen wird? Ich bin gespannt, denn er erklärte sofort, dass er dazu nicht bereit sei. Was waren das noch für Zeiten, als die "Sechz'ger" dem FC Bayern ein würdiger Lokalrivale und auch so manchem anderen Konkurrenten ein großer Stolperstein waren - und das mitunter sogar international. Ich würde mich freuen, wenn wir den TSV bald wieder erstklassig bejubeln dürften. Ganz egal, wer dann das Amt des Präsidenten bekleidet.
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Freitag, 8. März 2013
Freitag, 11. Januar 2013
Wenn sich die "Löwen" gegenseitig zerfleischen
Mit den reichen Investoren ist das immer so eine Sache. Sie helfen einem verschuldeten Profiklub gerne unter die Arme, schießen hier und da ein paar Millionen zu. Aber - und da liegt der Hase im Pfeffer - "Wer das Geld bringt, der möchte auch mitreden (dürfen)!". So auch beim TSV 1860 München, dem Traditionsklub aus der bayerischen Landeshauptstadt. Da liefern sich der jordanische Geschäftsmann Hasan Ismaik und 1860-Präsident Dieter Schneider seit Wochen einen erbitternden Machtkampf. Und das, obwohl beide nicht (mehr) ohne einander können. "Ich will mit 1860 Erfolge feiern und Schneider doch auch. Deshalb werde
ich auch weiterhin die Zusammenarbeit mit ihm versuchen", sagte Ismaik jetzt. Und das, obwohl er schon mindestens zehn Mal wieder abspringen wollte. Dabei wollte der wohlhabende Mann den "Löwen" wieder Bissfestigkeit verleihen, der Wiederaufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga ist und bleibt das ganz große Ziel. Zudem träumt der Investor bereits vom internationalen Geschäft, will bis 2015 mit "Sechzig" in die UEFA Champions League einziehen. Wir dürfen gespannt sein und sind es auch. Schließlich haben wir aus dem Kraichgau ähnliche Töne gehört - damals nach dem Aufstieg im Jahre 2008. Aber das ist eine ganz andere Geschichte, die unter ganz anderen Vorzeichen stattgefunden hat und abgelaufen ist. Freuen wir uns lieber für Borussia Dortmund, dass Nuri Sahin zum BVB zurückkehrt. Und das für viel weniger Geld, als es Hasan Ismaik bisher schon verbrannt hat.
Dienstag, 17. Juli 2012
Wenn mal wieder einer die Portokasse öffnet
Man, man, man – wo soll das nur enden, falls überhaupt? Die Rede ist vom Transferirrsinn an der Seine, in der französischen Hauptstadt Paris. Nasser Ghanim Al-Khelaifi, stinkreicher Geschäftsmann aus der arabischen Wüste, kaufte sich mal eben bei Paris St. Germain ein. Geld spielt scheinbar keine Rolex, äh Rolle – neben Trainer Carlo Ancelotti holte sich der Scheich mal eben noch den Brasilianer Leonardo als Sportdirektor. Der Ex-Star des AC Mailand lässt seine guten Kontakte zum Berlusconi-Klub spielen, versuchte Alexandre Pato nach Frankreich zu locken. Bisher noch vergeblich, doch Milan hat ja noch ein paar andere Kicker vom Prädikat „Weltklasse“. Deshalb holte St. Germain mal eben Thiago Silva für 40 Millionen Euro Ablöse, Sturmtank Zlatan Ibrahimovic soll für schlappe 22 Milliönchen als nächster Neuzugang kommen. Das Motto „Ich kauf‘ mir mal eben ein Team aus Top-Stars zusammen und damit den Erfolg ein“ – das, ja das haben in der Vergangenheit viele schon gedacht. Doch meistens hatten sie keinen oder zumindest nicht sofort Erfolg, wie die Beispiele FC Chelsea London, Manchester City oder auch Real Madrid oder der AC Mailand zeigen. Überall gab es einen superreichen Gönner, der wahnsinnige Ablösesummen und noch irrwitzigere Gehälter bezahlte. Doch – und so war das in unserem Nachbarland in der Vorsaison auch – die Titel holten andere (Montpellier). Das soll in der kommenden Saison anders werden – koste es, was es wolle. Aber gute Einzelspieler machen noch lange keine erfolgreiche Mannschaft aus. Das wissen wir alle, das ist sozusagen ein ungeschriebenes Gesetz. Sicherlich bringen absolute Ausnahmekönner eine Mannschaft weiter, aber diese Jungs sorgen oft auch für Neid, Missgunst und Unmut – ohne das bewusst zu machen. Warten wir einfach ab und schauen, was sich in Paris tut! Irren ist bekanntlich menschlich.
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