Montag, 5. Dezember 2011

Schweinsteiger brennt auf das (Weihnachts)Comeback

Gerade einmal vier Wochen nach seinem Schlüsselbeinbruch ist Bastian Schweinsteiger zurück. Doch nicht etwa  gerade erst aus dem Krankenhaus nach der Operation, sondern auf dem Trainingsplatz im Mannschaftstraining. Bereits in der vergangenen Woche absolvierte der 27-jährige Mittelfeldregisseur erste Laufeinheiten, übte erstmals auch wieder mit dem Ball. Es wäre das Blitz-Comeback des Jahres. Eines, mit dem nicht viele gerechnet hätten oder rechnen würden. Denn Schweinsteiger mischte im Training zwar mit, ging aber Zweikämpfen und Körperkontakt aus dem Weg. "Mir geht es sehr gut. Aber ich will kein Risiko eingehen. Diese Wochen werden nochmal Röntgen-Aufnahmen gemacht", sagt der Mann fürs defensive Mittelfeld, den sie im Spiel des deutschen Rekordmeisters so schmerzlich vermisst haben und vermissen. "Bastian macht sehr gute Fortschritte. Er muss sich wieder an den Ball gewöhnen, aber gegen Köln rechne ich wieder mit ihm", zeigt sich Bayern-Coach Jupp Heynckes im "Kicker" optimistisch, dass sein Star noch vor Weihnachten wieder auf dem Platz steht. Das wären eben die beiden Spiele gegen den 1. FC Köln sowie im Pokal beim VfL Bochum. "Wir haben große Hoffnung, dass Bastian noch vor Weihnachten wieder spielen kann. Es liegt im Bereich des Möglichen, dass er noch die letzten ein, zwei Spiele macht", blickte Sportdirektor Christian Nerlinger in der "Bild" voraus. Ob das nicht zu riskant ist? Denn so langsam - so sieht es gerade aus - kommen die Bayern wieder in Schwung. Gegen Werder Bremen feierte Arjen Robben ein vielversprechendes Comeback, steuerte zwei Treffer bei. Gut, es waren "nur" Elfmeter. Aber auch die muss man erstmal machen. Schweinsteiger wird schon wissen, was gut für ihn ist.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Die "Zauberzwillinge" von der Isar sind zurück

Franck Ribery und Arjen Robben gehören zum Besten, was der internationale Fußball zu bieten hat. Der kleine Franzose und der pfeilschnelle Niederländer bilden beim FC Bayern München die Flügelzange im offensiven Mittelfeld. Aber nur wenn, ja wenn sie denn fit und einsatzbereit sind. Beide schlagen sich seit Jahren mit mehr oder weniger schweren Verletzungen herum, fehlten dem FC Bayern auch schon öfter. Aber - und das ist aus Sicht des deutschen Rekordmeister erfreulich - wenn sie dabei sind, dann läuft es im Spiel der Bayern gut, der Gegner ist zu Defensivarbeit gezwungen. Besonders Ribery blühte unter FCB-Coach Jupp Heynckes wieder auf, nachdem er unter Ex-Trainer Louis van Gaal die Lust am Ballsport völlig verloren hatte. Auch Robben hatte zuletzt keine Lust mehr, vor allem auf Rehatraining. Der Linksfuß ist aber wieder im Saft, kommt so langsam wieder in Schwung. Dabei saß es beim 4:1-Sieg gegen Werder Bremen zunächst auf der Bank, kam erst für die letzten 30 Minuten in die Partie. Und, er machte das, was er immer macht. Er haderte, gestikulierte und forderte den Ball. Aber - und das war das Wichtigste an diesem Nachmittag - er zeigte Präsenz, übernahm Verantwortung. Gleich zwei Strafstöße verwandelte die "Nummer 10", klaute einmal Gomez den Ball. Der Torjäger wollte selbst schießen. Doch daraus wurde nichts. Auch Ribery klaute Gomez den Ball, schob zum 3:1 ein. Doch - und das spricht für die mannschaftliche Geschlossenheit des Münchener Starensembles - der Stürmer war nicht wirklich sauer. Frei nach dem Motto: Am Ende zählt nur ein "Dreier", egal wie. "Wir haben heute eine sehr gute Reaktion gezeigt - die drei Punkte sind sehr wichtig für uns", bestätigte Franck Ribery diesen Eindruck. Das sind sie für den neuen Tabellenführer.

Samstag, 3. Dezember 2011

Eine gesunde Mischung aus Respekt und Vorfreude

"Ich hatte keine Wunsch- und keine Angstgegner", sagte Bundestrainer Joachim "Jogi" Löw nach der EM-Auslosung in Kiew. Deutschland ist bei den Titelkämpfen im kommenden Jahr in Polen und der Ukraine in Gruppe B "zu Hause", trifft auf den Erzrivalen aus der Nachbarschaft. Ausgerechnet Ex-Weltklassestürmer Marco van Basten loste den Deutschen die Niederlande in die Gruppe, dazu bekommt es die DFB-Auswahl mit Portugal und Dänemark zu tun. "Ich denke, dass sich die Dänen in der Außenseiterrolle sehr wohl fühlen", glaubt der 51-jährige DFB-Coach. "Wir können uns auf interessante Duelle freuen." Können wir, mit Sicherheit. Denn wenn es gegen Holland geht, ist Brisanz und Prestige programmiert. "Beim nächsten Duell schlagen wir Euch", versprach Klaas-Jan Huntelaar unmittelbar nach der Testspielpleite. Auch gegen die Südeuropäer mit ihrem absoluten Top-Star Ronaldo könnte den Titelanwärter ein ganz heißer Tanz erwarten. Denn gegen die Portugiesen ging es bei den Aufeinandertreffen in jüngster Vergangenheit immer schon hoch her, meistens mit dem besseren Ende für die Bundesrepublik. Außer, ja außer bei der EM 2004. Da schlug der Gastgeber humorlos zu, ließ dem damaligen Vize-Weltmeister beim 0:3 im Gruppenspiel keine Chance. Ein gewisser Nuno Gomes erzielte alle Treffer und stürzte die deutsche Fußballnation in tiefe Trauer. Und was die Dänen können weiß man spätestens, als sie bei der EM 1992 als Nachrücker den EM-Pokal mit nach Nordeuropa nahmen. Und das direkt aus dem Urlaub. "Erstmal durchschnaufen", sagte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff. "Wir müssen mit Selbstvertrauen ins Turnier gehen." Sollten sie, sonst droht das vorzeitige Aus in der Vorrunde. Das wäre ein echter Super-GAU.

Freitag, 2. Dezember 2011

Friede, Freude, Eierkuchen? Von wegen besinnlich!

In ganz Fußball-Deutschland herrscht in diesen Tagen kurz vor dem zweiten Advent eine besinnliche Stimmung, es duftet nach Glühwein und Lebkuchen - alle haben sich lieb. Alle? Nein, nicht ganz. Denn sowohl in Leverkusen als auch in Hoffenheim wird angeregt diskutiert, mitunter sogar gestritten. Dabei wollten und sollten beide Teams die Frage des "Wer ist besser?"-Seins heute Abend (20.30 Uhr, sky) sportlich und fair auf dem Rasen der BayArena klären. Weit gefehlt, denn so genannte Nebenkriegsschauplätze sind aufgetaucht und das in der Vorweihnachtszeit. In Leverkusen wird heftig debattiert, was aus Ex-Nationaltorhüter Rene Adler wird, dessen Vertrag am Rhein zum Saisonende auslaufen wird. Adler fordert höhere Bezüge, angeblich pro Jahr brutto so viel, wie Sportdirektor Rudi Völler und Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser netto an den Neckar überwiesen haben. Und zwar für Bernd Leno, der als Notleihe für Adler - der mit einer schweren Knieverletzung zu kämpfen hat - im Spätsommer vom VfB Stuttgart kam. Leno schlug voll ein und machte keinen Hehl daraus, gerne in Leverkusen bleiben zu wollen. Jetzt hat er nach wochenlangem Hickhack zwischen beiden Verein unterschrieben, war zur rechten Zeit am rechten Ort. Das haben Firminho und Chinedu Obasi bei 1899 nicht geschafft, sie kamen (wiederholt) zu spät zum Training. Coach Holger Stanislawski holte die Rute raus und verbannte beide vorerst aus dem Kader - zu Recht. Denn sie sind Arbeitnehmer und sollten pünktlich zum Dienst antreten. Da hilft nur eins: Das (üppige) Weihnachtsgeld streichen und abmahnen, wie das in anderen Berufen an der Tagesordnung ist. Vielleicht kommen beide dann zur Besinnung. Und das möglichst bald, schließlich ist ja schon bald Weihnachten. In diesem Sinne: Frohes Fest!

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Wenn einer einfach die Ruhe weg hat

Morgen um 18 Uhr werden die Gruppen für die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine im Sommer 2012 ausgelost. Während die einen nervös nach Kiew blicken und andere schon über mögliche Todesgruppen philosophieren, bleibt ein Mann die Ruhe selbst. Bundestrainer Joachim "Jogi" Löw lässt sich nicht nervös machen, blickt der Auslosung relativ gelassen entgegen. "Wir nehmen es, wie es kommt", sagt der Chef von Kapitän Philipp Lahm und Co. relativ unaufgeregt und zeigt im Gespräch auf Sport1 nicht den Hauch von Nervosität. Dabei könnte der deutschen Auswahl bei den EM-Titelkämpfen eine so genannte Hammergruppe drohen. Deutschland schon in der Vorrunde zum Kräftemessen mit Spanien oder den Niederlanden, Frankreich und Portugal kommen. Ja und? Fakt ist: Wer Europameister werden will - und das will die DFB-Auswahl - muss jeden Gegner schlagen und fertig. Ja, das klingt nach einem abgedroschenen Satz nach dem Motto "fünf Euro ins Phrasenschwein". Aber er entspricht nunmal der Wahrheit. "Ich sehe als Trainer immer Dinge, die wir noch verbessern müssen", betont Löw. "Wir müssen uns immer weiter entwickeln. Wenn wir stehen bleiben würden, wäre das ein Rückschritt. Es muss immer vorwärts gehen." Stimmt, denn schließlich versagten der jungen deutschen Mannschaft in den entscheidenden Spielen (2006 gegen Italien, 2008 und 2010 gegen Spanien) oft die Nerven, es fehlte am letzten Biss, dem unbedingten Siegeswillen. Den muss das Trainerteam entwickeln: die Spieler sind zwei Jahre älter und somit in der Entwicklung. Es wäre Jogis Elf zu gönnen, und zwar von Herzen. "Die derzeitige Qualität unserer Mannschaft ist eine gute Basis", sagt der 51-Jährige. Und die ist ja bekanntlich der Weg zum Erfolg.