Ja, das konnte sich doch sehen
lassen, oder? Was haben die Herren Thomas Schaaf und Klaus Allofs nicht alles
zu hören bekommen – es hagelte harsche Kritik an, rund um und in Richtung der
Weser. Der SV Werder Bremen muss sparen, ließ Großverdiener und Leistungsträger
wie Tim Wiese oder Claudio Pizarro gehen. Und das, obwohl die Werderaner in den
vergangenen beiden Spielzeiten nicht ihre beste Leistung abriefen. Dabei hatten
die Bremer immer wieder Titel geholt, mischten mitunter auch im internationalen
Geschäft mit. Dass es die Abteilung „Jugend forscht“ bei den „Grün-Weißen“
kann, haben Niclas Füllkrug und Co. gerade erst bewiesen. Bremen gewann den „LIGA
total!-Cup“, schlug die favorisierten Bayern im Halbfinale nach einem 6:4 im
Elfmeterschießen. Doch damit nicht genug: Werder legte auch im Finale gegen den
aktuellen Double-Gewinner Borussia Dortmund richtig los, kombinierte sich
flüssig, direkt und schnell in Richtung Kasten der „Schwarz-Gelben“. Bereits
nach fünf Minuten führte der Außenseiter mit 2:0 – es sah richtig gut aus für
Werder Bremen. Doch plötzlich wurden die Borussen stärker, verkürzten auf 1:2
und glichen kurz danach zum 2:2-Zwischenstand aus – und das alles noch vor dem
Seitenwechsel. Während im Fernsehen noch die Wiederholung des Ausgleichs lief,
schlug Torjäger Robert Lewandowski ein zweites Mal zu. Plötzlich stand es 3:2
für den Favoriten, der auch den zweiten Abschnitt zunächst bestimmte. Doch
Werder kam zurück, glich durch Aaron Hunt vom Punkt zum 3:3-Endstand aus.
Wieder musste das Nervenspiel vom Punkt entscheiden, wieder – wie schon gegen
den FC Bayern München – zeigte der Deutsche Meister von 2004 keine Nerven. Er
holte sich den ersten Titel der Saison – 8:7 hieß es am Ende. Für mich keine
Überraschung, denn die „jungen Wilden“ aus Bremen werden eine bessere Saison
spielen als zuletzt. Warum? Weil die Jungs noch Bock zu kicken haben.
Montag, 6. August 2012
Sonntag, 5. August 2012
Der BVB kann gegen Werder den nächsten Titel holen
So, das waren also die Halbfinals im "Liga total! Cup 2012". Borussia Dortmund schlug das Geburtstagskind Hamburger SV mit 1:0, knüpfte phasenweise an die Leistungen der vergangenen Spielzeit an. Doch auch der HSV zeigte sich im eigenen Stadion in einer guten Verfassung - zumindest in einer besseren als in der abgelaufenen Saison. Im zweiten Semifinale zwischen dem SV Werder Bremen und dem FC Bayern München ging es spannend zu, sehr spannend. Ausgerechnet der von den Bayern "geflüchtete" Nils Petersen brachte Werder in Führung, Bayern-Neuzugang Xherdan Shaqiri glich aus. Nachdem die Elf von Thomas Schaaf erneut in Führung ging - Niclas Füllkrug reagierte nach einem Eckball am schnellsten - rettete Bayerns Mittelfeldmotor Toni Kroos seinem Team noch die Teilnahme am Elfmeterschießen. Kroos glich in der 60. Minute (gespielt wurden 2x30 Minuten) zum 2:2-Endstand aus. Vom Punkt zeigte Bremen die besseren Nerven, die eingewechselten Top-Stars Franck Ribery und Bastian Schweinsteiger scheiterten an ihren Nerven beziehungsweise am schnell reagierenden Sebastian Mielitz im Tor der Nordlichter. Wieder hatte also Schweinsteiger den letzten Elfer geschossen - so wie damals im Champions League-Finale. Erneut hatte sich der 28-Jährige für einen kurzen Anlauf entschieden, wählte erneut von sich aus die rechte Ecke. Doch - und da bin ich anderer Meinung als meine Kollegen - er wird das verkraften. Von wegen "neues Trauma" und "wieder der tragische Held". Er wird das abhaken können. Schließlich ist er wieder (richtig) gesund!
Samstag, 4. August 2012
Ein Schlussmann, der uns viel zu früh verlassen hat
Ja, sowas ist echt traurig. Wieder hat uns ein bekannter Fußballspieler viel zu früh verlassen. Die Rede ist von Bernd Meier, der im jungen Alter von gerade einmal 40 Jahren von uns gegangen ist. Seine Pumpe hat überraschend ihren Dienst versagt, der Torhüter erlag in Donauwörth einem Herzinfarkt. Wir kennen ihn alle noch, den 1,93 Meter großen Mann mit den großen Händen und den dunklen Haaren. Professionell kickte Meier für den TSV 1860 München, Borussia Mönchengladbach, den LR Ahlen sowie für Borussia Dortmund - das Fußballspielen lernte er beim TSV Burgheim. Berühmt wurde Bernd Meier am 11. April 1998 im Trikot der Münchner Löwen - und das ausgerechnet im Derby gegen den Giesinger Dauerrivalen von der Säbener Straße, den deutschen Rekordmeister FC Bayern München. Zu diesem Zeitpunkt lag der Außenseiter gegen die Bayern mit 0:1 in Rückstand, als sich der Torwart den Ball für einen Abschlag zurechtlegte. Bayern-Angreifer Carsten Jancker hatte sich an der Bande noch die Stutzen zurecht gezogen, der Schlussmann übersah den bulligen Glatzkopf hinter ihm. Bevor Meier das Spielgerät in die Luft jagen konnte, spitzelte Jancker ihm die Pille weg und schob diese ins leere Tor der "Blauen". Am Ende gewannen die "Roten" mit 3:1, Trainer Werner Lorant tobte und war außer sich vor Wut, Bernd Meier machte kein einziges Spiel mehr für "Sechzig". Zuletzt trainierte der Ex-Profi seinen Heimatverein in Burgheim, war zuvor Torwart-Trainer bei Wacker Burghausen. Kurz vor seinem Herzinfarkt hatte sich der gebürtige Rain am Lecher wegen einer Lebensmittelvergiftung in stationäre Behandlung begeben müssen. Ruhe in Frieden, Bernd!
Donnerstag, 2. August 2012
Wenn der Präsident wieder ein Machtwort spricht
Es ist mal wieder an der Zeit, dass sich einer zu Wort meldet, dessen Gesagtes meistens - oder fast immer - den Kern der Sache trifft. Gemeint ist Ulrich "Uli" Hoeneß, Präsident des FC Bayern München. Der Wurstfabrikant drehte erst gestern mal wieder jemand durch den Fleischwolf. Aber - und das ist die eigentliche Überraschung - es traf nicht etwa seine beiden Intimfeinde Christoph Daum oder Willi Lemke. Nein, dieses Mal knüpfte sich der gebürtige Schwabe aus Ulm einen Landsmann vor. Es traf den spanischen Schwaben aus Riedlingen, Torjäger Mario Gomez. Der sei zweifelsohne ein guter Spieler, aber eben kein sehr guter, tat der 60-Jährige in einem Interview mit den Printkollegen kund. "Wäre er (gemeint ist Gomez) ein sehr guter Spieler, dann hätte man (gemeint ist der FC Bayern) die Champions League gewonnen." Rumms, das hat gesessen. Auch deshalb habe der Verein mit Claudio Pizarro und Mario Mandzukic zwei Alternativen für den Angriff des Rekordmeisters verpflichtet. Aha. Einspruch, lieber Uli. Einspruch deshalb, weil die so - besonders für den Mr. FC Bayern - so schmerzhafte Heimniederlage im eigenen Stadion nicht am 26-Jährigen fest gemacht werden kann. Und auch nicht an Arjen Robben, der in 62 Spielen im Bayern-Trikot 40 Treffer erzielte und 23 erfolgreiche Abschlüsse vorbereitete. Nein, die ganze Mannschaft hat gepennt, wollte das 1:0 durch Thomas Müller nur noch über die Zeit schaukeln. Zuvor habe ich niemanden gesehen, der Robben beim Elfer in der Verlängerung den Ball wegnehmen wollte. Und warum Coach Jupp Heynckes kurz vor Schluss Daniel van Buyten für den Torschützen bringt, war mir auch nicht klar. Aber, egal - Schwamm drüber. Auf ein Neues, im Mai 2013 in London.
Mittwoch, 1. August 2012
Rudi Völler geht mal wieder in die Vollen
"Du kannst mich alles fragen, aber nichts zu diesen beiden Spielern", sagte er vergangenen Mittwochabend zu mir und zwinkerte mir dabei mit einem kräftigen Handschlag zur Begrüßung zu. Die Rede ist von Rudi Völler, Sportdirektor von Bayer 04 Leverkusen. Mit "Tante Käthe" hatte ich am Rande des Testspiels zwischen Bayer und dem FC Augsburg ein paar Minuten. Braun gebrannt, gut erholt und ziemlich entspannt sah es aus, eines meiner Fußball-Idole aus der Jugendzeit. Da gab es Lothar Matthäus, Andreas Brehme, Jürgen Klinsmann und eben den gebürtigen Hanauer, der immer sagte, was er dachte. Vor allem dann, wenn er sich angegriffen und auf den Schlips getreten fühlte. Drüben im Zeppelin-Stadion blieb der 52-jährige Ex-Teamchef gelassener - zu oft schon war ihm die Frage nach der Zukunft von André Schürrle und Lars Bender gestellt worden. Beide Nationalspieler waren spätestens nach der Euro 2012 bei einigen großen Klubs auf dem Zettel, für beide flatterten hoch dotierte Angebote im Faxgerät und/oder am Telefon des ehemaligen Weltklasse-Stürmers ein. 25 Millionen bot der aktuelle Champions-League-Sieger FC Chelsea London für Schürrrle, der deutsche Rekordmeister FC Bayern München wollte für den Rosenheimer Bender im Falle einer Rückkehr in seine bayerische Heimat die gleiche Summe hinblättern. Völler schüttelte mit dem Kopf, gleichwertiger Ersatz sei ohnehin nicht auf die Schnelle zu finden. "Lieber Bender und Schürrle als 50 Millionen mehr auf dem Konto", sagte er erst neulich wieder. Recht hat er, der Rudi. Wie eigentlich immer. Das musste auch schon ein gewisser Waldemar Hartmann erfahren - ebenfalls eine unvergessene Geschichte rund um den Sport mit der runden Plastikkugel, für die es kaum einen gleichwertigen Ersatz gibt.
Abonnieren
Posts (Atom)