Samstag, 23. Juni 2012

Wenn einer endlich Klartext spricht

"Auch gestern war er nicht der beste Mann", sagte Reiner Calmund im Fernsehen. Recht hat er, der "Calli". "Um der beste Spieler des Turniers zu werden, muss er noch zulegen." Die Rede ist von Mesut Özil, dem Spielmacher der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Viele - nein, sogar fast alle Medien haben den Mann von Real Madrid zum spielbestimmenden Akteur der DFB-Auswahl gemacht. Da bin ich nicht ganz einverstanden, auch wenn Özil an drei von vier deutschen Toren beim 4:2-Sieg im EM-Viertelfinale gegen Griechenland beteiligt war. Der Ex-Schalker und ehemalige Bremer kann mehr und das weiß er auch selbst. Ich erwarte keine Wunderdinge von ihm, gar keine Frage. Aber der 23-Jährige kann es noch besser, das hat er in der Vergangenheit im Trikot mit dem Adler auf der Brust sowie im Dress der "Galaktischen" sehr oft bewiesen. Für mich gibt es zwei, nein drei große Gewinner beim bisherigen Auftritt der Deutschen in Polen und der Ukraine. Zum einen Mats Hummels, den Innenverteidiger von Borussia Dortmund. Hummels rutschte für den zuletzt formschwachen (Trainingsrückstand nach Verletzung!) Per Mertesacker in die Startelf und macht einen bärenstarken Eindruck. Er grätscht, blockt, läuft ab und dirigiert, dazu schlägt er schöne Pässe zur Spieleröffnung. Als zweiten Top-Mann habe ich ganz klar Sami Khedira ausgemacht. Der Ex-Stuttgarter entwickelte sich weiter - physisch, psychisch und technisch. Er arbeitet für den noch immer nicht fitten Bastian Schweinsteiger mit, er übernimmt Verantwortung und sucht die Zweikämpfe. Khedira erzeugt Torgefahr, ordnet die Defensive und setzt die Offensivkräfte in Szene - schön, das zu sehen. Und der Dritte im Bunde? Das ist für mich der Bundestrainer selbst. Joachim "Jogi" Löw riskierte und wagt viel, er brachte Gomez für Klose. Er vertraute Hummels, bringt Bender für Boateng. Gestern brachte er (endlich) Andre Schürrle und Marco Reus, lässt zunächst Miro Klose stürmen. Respekt, wahrlich gute Entscheidungen. "Er macht einfach alles richtig", lobte Stefan Kretzschmar. Recht hat er, der Handballer. Sollten sich manche mal ein Beispiel nehmen.

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