Na also, es geht doch! So oder so ähnlich erging es mir gestern, als ich mir das Länderspiel zwischen Deutschland und Italien in München angeschaut habe. Plötzlich rannte und kämpfte "Die Mannschaft" und war auf Wiedergutmachung für den verkorksten Test gegen England drei Tage zuvor in der Hauptstadt aus. Was in Berlin nicht klappte, das funktionierte in der bayrischen Landeshauptstadt dafür umso besser - und das auch, weil der Bundestrainer nicht nur Experten und Zuschauer mit der einen oder anderen taktischen Umstellung überraschte. Da spielte ein Mesut Özil plötzlich als "Sechser" neben dem überragenden Toni Kroos und ein Julian Draxler gab gegen ersatzgeschwächte Gäste über die offensive Außenposition Gas. Im Sturmzentrum wechselten sich Mario Götze und Thomas Müller ab. Dennoch darf man nicht vergessen, dass "Gigi" Buffon und seine Vorderleute phasenweise ähnlich halbherzig agierten, wie es der Gegner an der Spree gegen die Engländer getan hatte. Nichtsdestotrotz tut der DFB-Elf dieser erste Erfolg gegen die "Squadra Azzurra" seit 21 Jahren gut - und wie. Für mich ist das 4:1 jedoch kein Anzeichen dafür, dass Deutschland nun sofort zum großen Titelfavoriten bei der EM im Sommer avanciert. Es ist ein bisschen Balsam für die etwas gekränkte Seele nach dem Duell am Samstag - mehr aber auch nicht! Denn wenn die Italiener anders agieren, wird's schwieriger!
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Mittwoch, 30. März 2016
Freitag, 10. Oktober 2014
Das Lazarett bekommt schon wieder (prominenten) Besuch!
Bastian Schweinsteiger, Ilkay Gündogan oder Mario Gomez sind es (schon wieder), Mesut Özil ist es abermals. Ja, die Verletztenmisere beim Weltmeister will einfach nicht enden. Dabei waren alle DFB-Kicker vollen Mutes und topmotiviert, wollten und wollen (ja eigentlich) in der EM-Qualifikation gerne da weitermachen, wo sie im Finale gegen die Argentinier aufgehört hatten. Nun, wir dürfen gespannt sein. Spielmacher Özil fällt jedenfalls bis zum Jahresende aus, seine Rolle wird wohl Toni Kroos übernehmen. Morgen muss Deutschland bei der polnischen Auswahl antreten, trifft dabei auf Torjäger Robert Lewandowski und viele andere Akteure, die man nicht nur aus der Bundesliga kennt. Insbesondere für Lewandowski dürfte dieser Vergleich etwas Besonderes sein, trifft er doch auch langjährige Weggefährten von Borussia Dortmund und neu gewonnene Freunde vom FC Bayern München. Wird der amtierende Torschützenkönig seinen Vereinskameraden Manuel Neuer überwinden können? Wir werden es morgen erfahren. Bis dahin wünschen wir Fans uns bitte keine weiteren Verletzten - und zwar gerne in beiden Lagern!
Samstag, 12. Oktober 2013
Willkommen bei der WM in Brasilien 2014
So, Sportsfreunde, jetzt ist also der sprichwörtliche Haken dran oder der so genannte Strich drunter. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich für die Teilnahme an der WM 2014 in Brasilien qualifiziert. 3:0 gewannen Kapitän Philipp Lahm und Co. gestern Abend vor ausverkauftem Hause in Köln, die Tore machten Sami Khedira, André Schürrle und Mesut Özil. Phasenweise dachte man, dass die Deutschen gegen die Jungs von der "Grünen Insel" deutlicher siegen würden - ähnlich klar, wie im Hinspiel beim deutlichen 6:1-Erfolg. Manchmal hatte die DFB-Elf aber auch Glück und das Können von Torhüter Manuel Neuer auf ihrer Seite. Denn er verhinderte doch so manche Chance, die unter die Kategorie "hochprozentig" fiel. Aber - und so ist das eben im Sport - am Ende zählt eben doch immer nur das Ergebnis. Und: Das kann sich ja sehen lassen. Neben großen Nationen wie Italien oder den Niederlanden sind die "Adler" fix qualifiziert, auch die Nachbarn aus der Schweiz sind quasi schon im Flieger nach Südamerika. Zudem sind - und das ist aus meiner Sicht die bisher größte Überraschung - die Belgier mit dabei. Gratulation zu diesem Coup gegen Nationen wie Kroatien oder Serbien. Und unsere österreichischen Freunde um David Alaba? Die müssen zittern, hoffen und bangen. Sie passten gegen Zlatan Ibrahimovics Schweden.
Montag, 23. September 2013
Von einem, der jetzt schon Heldenstatus genießt
Wahnsinn, was da auf der britischen Insel los ist. Besonders in der englischen Hauptstadt sind die Fußball-Fans jetzt schon völlig aus dem Häuschen - zumindest, wenn sie Anhänger des FC Arsenal sind. Dort feiern die Engländer ausgerechnet einen Deutschen, der den "Gunners" mit seinen Vorlagen zu Tabellenplatz eins verholfen hat. Die Rede ist von der "Nummer 11" im zentralen Mittelfeld, Edeltechniker Mesut Özil aus Gelsenkirchen. Der Deutsche mit türkischen Wurzeln hat sich in kürzester Zeit zum Publikumsliebling hochgearbeitet. Es scheint, als blühe der 24-jährige Spielmacher bei seinem neuen Klub regelrecht auf. Hunderte Fans organisierten zuletzt einen so genannten Flash-Mob, sie alle erschienen im Özil-Trikot auf der Tribüne. Schön, dass der vor den TV-Kameras stets schüchtern wirkende Fußballer im Mutterland unseres geliebten Sports so gut ankommt. Diese Wertschätzung, diese Nestwärme hatte Özil bei den "Königlichen" von Real Madrid zuletzt vermisst. So entschied er sich dafür, Real zu verlassen und nach England zu wechseln. Dort hält auch AFC-Coach Arsene Wenger große Stücke auf den Neuzugang, der stolze 50 Millionen Euro gekostet hat. Ich bin mir sicher, dass der deutsche Nationalspieler diese Summe ziemlich schnell einspielen wird. Vor allem dann, wenn er verletzungsfrei bleibt und auf seiner Lieblingsposition auflaufen darf. In Madrid werden sie ihn im weiteren Saisonverlauf (noch) ganz schwer vermissen - Bale, Isco, Ronaldo hin oder her. Wetten?
Donnerstag, 5. September 2013
Ein gewisser Cristiano R. macht auf beleidigte Leberwurst
Dass ein gewisser portugiesischer Fußballer ab und an gerne einmal traurig ist, das wissen wir alle. Mal ist ihm sein Gehalt zu niedrig, dann fühlt er sich von Trainern, Verantwortlichen und Fans nicht geliebt genug und nun spielt er die beleidigte Leberwurst, weil ihm die Transferpolitik seines Arbeitgebers nicht passt. Nun, Ihr habt es sicherlich längst erraten - es geht mal wieder um Cristiano Ronaldo. Ich kann und möchte es nur immer wieder betonen, dass ich ihn als Fußballer auf dem Platz sehr schätze. Dass der Junge kicken kann, das steht für mich ohne Wenn und Aber fest. Aber, dass er menschlich nicht immer richtig reagiert, wie es ein Mann in seinem Alter eigentlich tun sollte, das ist nun einmal auch nichts als die Wahrheit. Nun beklagt er sich also darüber, dass Real Madrid seinen "Freund" (Zitat CR7) und gleichzeitig seinen besten Vorlagengeber zum FC Arsenal London verkauft hat. Ok, so ist nun einmal das Geschäft. Mesut Özil wollte das so - und das auch, weil er mit Gareth Bale und Isco nicht nur sehr teure, sondern eben auch richtig gute Konkurrenz im Mittelfeld der "Königlichen" bekommen hat. Ich kann Özils Entscheidung verstehen, sie hat nichts mit Flucht zu tun. Und - da bin ich mir relativ sicher - hätte Real nur Isco oder eben einen anderen geholt, der nicht teurer als Ronaldo gewesen wäre, dann wäre der Ausnahmekönner jetzt auch nicht angesäuert. Es hat schon etwas mit den 100 Millionen zu tun, die der Klub für den walisischen Flügelflitzer auf die britische Insel überwiesen hat. Oder?!
Dienstag, 3. September 2013
Drei große Namen spielen "Bäumchen wechsle Dich!"
Da war doch gestern noch einmal so richtig Schwung drin im Transferkarussell. Mehr, als ich es eigentlich gedacht hatte. Warum? Ganz einfach deshalb, weil ich die Wechsel des Brasilianers Kaka und vor allem den von Mesut Özil nicht wirklich auf dem Zettel hatte. Der Dritte im Bunde, den ich zu diesen in der Überschrift angekündigten "großen Namen" zähle, ist natürlich der Waliser Gareth Bale. Dass der nun endlich zu Real Madrid gewechselt ist, das ist nichts Neues mehr. Es ging ja eigentlich nur noch um die Ablösesumme. Die soll bei ganz genau 100 Millionen Euro liegen, manche sagen, dass die "Königlichen" für Bale "nur" 99,95 Millionen an die Tottenham Hotspurs überwiesen haben sollen. Damit löst der Neuzugang Cristiano Ronaldo als teuersten Spieler der Welt ab und verdrängt die beiden vorhin Erwähnten endgültig aus der Startformation. Gut, Kaka hatte schon länger bei Real keine oder kaum mehr eine Rolle gespielt, etliche Verletzungen hatten ihn immer wieder zurückgeworfen. Nun kehrt er "heim" zu "seinem" AC Mailand, für den der 31-jährige Mittelfeldmann bereits von 2003 bis 2009 die Schuhe schnürte. Sein Abschied aus der Modestadt nach Spanien für 65 Millionen Euro schmerzt so manchen Milan-Fan noch heute. Und auch der plötzliche Abgang von Özil ist überrschend. Eigentlich wollte der seinen Vertrag in Madrid - der bis 2016 gültig war - erfüllen. Nun zieht es den deutschen Nationalspieler auf die Insel zum FC Arsenal, wo er auf Lukas Podolski und Per Mertesacker trifft. 50 Millionen ließen sich ihn die "Gunners" kosten. Wahnsinn, was da für Summen hin- und hergeflossen sind. Und das an einem einzigen Tag! Viel Erfolg den drei Jungs!
Montag, 12. November 2012
Der Klassiker verkommt zur Experimentierwiese
Nanu, was ist da denn los? Keine mehr Lust auf den Klassiker gegen die Niederlande? Hm, also ich hatte mich schon sehr gefreut auf Mittwochabend, auf dieses Freundschaftsspiel gegen die Elftal - die so genannte EM-Revanche. Ja, ich weiß - es geht um nichts. Aber mal ganz ehrlich: Gegen unsere Nachbarn gibt es keine Freundschaftsspiele - spätestens seit dem WM-Finale 1974 ist das doch schon so. Schade, dass gleich acht deutsche Nationalspieler das anders sehen beziehungsweise kränkeln oder verletzt ausfallen. Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira, Toni Kroos, Holger Badstuber, Miroslav Klose, Jerome Boateng, Mesut Özil und Marcel Schmelzer fallen defintriv aus. Das sind sieben Stammspieler - Wahnsinn, was für eine Schwächung gegen Arjen Robben, Rafael van der Vaart, Robin van Persie und so weiter. Da dürfte sich Trainergeneral Louis van Gaal die Hände reiben und wir Fans in Deutschland verwundert die Augen. Schön, dass dafür der Schalker Lewis Holtby in den erlesenen Kreis nachrückt und seinen Teamkollegen Roman Neustädter gleich mitbringt. Trotzdem ist das alles etwas komisch. Ich möchte auf keinen Fall behaupten, dass der eine oder andere DFB-Akteur simuliert oder einfach keinen Bock hat. Und das womöglich auch aus Angst, im nächsten Buch von Dr. Theo Zwanziger zu landen oder im Enthüllungsbuch von Michael Ballack, falls es das irgendwann geben wird. Spaß beiseite. Trotzdem hätte ich mir für diesen Vergleich eine namhaftere Aufstellung gewünscht. Für mich hat das - wie man in meiner Heimat sagt - elles a klois G'schmäckle!
Mittwoch, 7. November 2012
"Bäumchen wechsel Dich" auch gegen Lille?
Bevor wir uns an dieser Stelle mit dem FC Bayern München befassen, wollen wir ein großes Lob aussprechen. Und zwar für die Ruhrpott-Rivalen des deutschen Rekordmeisters Borussia Dortmund und FC Schalke 04. Beide zeigten gestern, dass sie es international (gegen jeden) können. Das freut uns, das tut dem Fußball aus der Bundesrepublik gut. Da stellten sich gestern Abend elf beziehungsweise 14 wackere Helden in "Schwarz-Gelb" dem königlich weißen Starensemble von Real Madrid mutig entgegen, wussten vor allem im Spiel gegen den Ball zu überzeugen. Ich war fasziniert und beeindruckt zugleich. Chapeau, lieber BVB - das war die engültige Reifeprüfung in der europäischen Königsklasse. Dass dann aber ausgerechnet ein "Schalker" den Borussen mit einem sehenswerten Freistoß den Sieg vermasselte, ist Ironie des Schicksals. Ein schönes Tor zum 2:2-Endstand war es trotzdem. lieber Mesut Özil. Apropos Schalke. Die holten gegen den FC Arsenal einen 0:2-Rückstand auf, hatten in der Abwehr so ihre Probleme. Ob es mit Timo Hildebrand besser gelaufen wäre? Hm, wir wissen es nicht - es reichte ja noch zu einem Punkt beim 2:2. Ein Punkt ist für die Bayern heute Abend gegen den OSC Lille zu wenig, gegen die Franzosen muss ein "Dreier" her. Dafür lässt FCB-Coach Jupp Heynckes mal wieder beide Top-Stars ran, denn Franck Ribery und Arjen Robben spielen von Beginn an. Mario Mandzukic ist zudem angeschlagen, Claudio Pizarro steht bereit. Und wer muss für Robben auf die Bank? Thomas Müller oder Toni Kroos - einen von ihnen wird es erwischen. Da es ein laufintensives Spiel werden wird, würde ich auf Müller nicht verzichten. Aber gut, das muss der Trainer selbst entscheiden. Er liegt ja meistens richtig mit seinen Aufstellungen, aber eben nur meistens.
Montag, 24. September 2012
Wenn den Profis einfach der Stecker gezogen wird
Nanu, was ist denn das? Da wollen die hoch dekorierten Stars von Real Madrid um Cristiano Ronaldo, Mesut Özil und Co. gerade zum Ligaspiel bei Rayo Vallecano antreten - und plötzlich zieht jemand den Stecker. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Dein einer oder mehrere unbekannte Täter haben einfach die Stromkabel zu den Flutlichmasten durchtrennt, nichts ging mehr. Motto: Ohne Licht kein Abendspiel. Die Frage ist nun, wer macht denn sowas und warum? Die spanische Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, auch die Vereins-Verantwortlichen von Vallecano haben ihre Unterstützung zugesagt. "Die Schäden sind sehr groß. Die Kabel sind nicht nur an einer, sondern
an mehreren Stellen durchtrennt", sagte Rayo-Präsident Raul Martin Presa im spanischen Fernsehen. Nun soll heute Abend (19.45 Uhr) angepfiffen werden. Sehr zum Leidwesen, der "Galaktischen", die - weil es ja wieder ein Abendspiel ist - wieder mit solchen Vorkommnissen rechnen und beim spanischen Verband für einen Nachholtermin tagsüber plädierten - ohne Erfolg. Mal schauen, ob allen Beteiligten später überhaupt ein Licht aufgeht - abseits, auf und neben dem Platz. Dann dürfen und können wir alle uns auf ein tolles Spiel womöglich mit einigen lichten Momenten freuen. Schließlich steht Real um die beiden deutschen Auswahlspieler Özil und Khedira unter großem Erfolgsdruck - muss unbedingt gewinnen. Aus den ersten vier Ligaspielen holte der Titelverteidiger nur einen Sieg und insgesamt vier Punkte. Da kann einem schonmal "Schwarz" vor Augen werden, oder? Also: Lasst das Licht angehen und zeigt, was Ihr könnt.
Sonntag, 9. September 2012
Die Pflichtaufgabe ist erfüllt - mehr aber auch nicht
So, das war sie also nun. Die Rede ist von der so genannten Pflichtaufgabe der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Auswahl der Färöer Inseln. Dass der 3:0-Endstand gegen den Zwergenstaat aus Nordeuropa schmeichelhaft ist - und zwar für alle Beteiligten - das wissen wir selbst alle. Früher hätte man solche Gegner, die aus Amateuren bestehen, wahrscheinlich zweistellig aus dem Stadion geschossen. Wahrscheinlich, denn Zeiten ändern sich nunmal. Nicht immer sind unsere Fußball-Millionäre mit totaler Konzentration und "högschder Disziplin" (Zitat Bundestrainer Joachim "Jogi" Löw) bei der Sache - vor allem nicht gegen den 154. der aktuellen Weltrangliste. Dass die Jungs aus dem hohen Norden aber richtig gut kicken können, das haben wir am Freitagabend in Hannover gesehen - und wie. Sie deckten sogar Schwächen in der neuformierten Abwehr der deutschen Abwehr auf, zeigten, dass der Deckungsverbund der deutschen Adler konteranfällig ist. Dennoch fing sich der DFB in Niedersachsen keinen Gegentreffer ein. Vielleicht auch deswegen, weil der Underdog selbst nicht mit so viel Platz gerechnet hätte. Dass ein Mesut Özil, der bei den "Königlichen" von Real Madrid nur noch auf der Bank sitzt oder sitzen wird, von vielen nach seinen beiden Treffern (wieder) in den Himmel gelobt wird, passt mir gar nicht. Für mich war Mario Götze der Mann des Spiels, er hatte die Fäden im Mittelfeld in der Hand. Und mal ehrlich: Es kann nicht der Anspruch eines Kickers vom "Format Özil" sein, gegen diesen Kontrahenten zu glänzen. Er muss, kann und könnte sich gegen andere Teams beweisen - und zwar richtig. Vorausgesetzt, er legt endlich sein Phlegma der Lässigkeit im (Pass)Spiel sowie beim Abschluss ab. Es kommen noch richtige Kraftproben auf die Deutschen zu.
Samstag, 23. Juni 2012
Wenn einer endlich Klartext spricht
"Auch gestern war er nicht der beste Mann", sagte Reiner Calmund im Fernsehen. Recht hat er, der "Calli". "Um der beste Spieler des Turniers zu werden, muss er noch zulegen." Die Rede ist von Mesut Özil, dem Spielmacher der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Viele - nein, sogar fast alle Medien haben den Mann von Real Madrid zum spielbestimmenden Akteur der DFB-Auswahl gemacht. Da bin ich nicht ganz einverstanden, auch wenn Özil an drei von vier deutschen Toren beim 4:2-Sieg im EM-Viertelfinale gegen Griechenland beteiligt war. Der Ex-Schalker und ehemalige Bremer kann mehr und das weiß er auch selbst. Ich erwarte keine Wunderdinge von ihm, gar keine Frage. Aber der 23-Jährige kann es noch besser, das hat er in der Vergangenheit im Trikot mit dem Adler auf der Brust sowie im Dress der "Galaktischen" sehr oft bewiesen. Für mich gibt es zwei, nein drei große Gewinner beim bisherigen Auftritt der Deutschen in Polen und der Ukraine. Zum einen Mats Hummels, den Innenverteidiger von Borussia Dortmund. Hummels rutschte für den zuletzt formschwachen (Trainingsrückstand nach Verletzung!) Per Mertesacker in die Startelf und macht einen bärenstarken Eindruck. Er grätscht, blockt, läuft ab und dirigiert, dazu schlägt er schöne Pässe zur Spieleröffnung. Als zweiten Top-Mann habe ich ganz klar Sami Khedira ausgemacht. Der Ex-Stuttgarter entwickelte sich weiter - physisch, psychisch und technisch. Er arbeitet für den noch immer nicht fitten Bastian Schweinsteiger mit, er übernimmt Verantwortung und sucht die Zweikämpfe. Khedira erzeugt Torgefahr, ordnet die Defensive und setzt die Offensivkräfte in Szene - schön, das zu sehen. Und der Dritte im Bunde? Das ist für mich der Bundestrainer selbst. Joachim "Jogi" Löw riskierte und wagt viel, er brachte Gomez für Klose. Er vertraute Hummels, bringt Bender für Boateng. Gestern brachte er (endlich) Andre Schürrle und Marco Reus, lässt zunächst Miro Klose stürmen. Respekt, wahrlich gute Entscheidungen. "Er macht einfach alles richtig", lobte Stefan Kretzschmar. Recht hat er, der Handballer. Sollten sich manche mal ein Beispiel nehmen.
Montag, 18. Juni 2012
Wenn der Notnagel den Volltreffer landet
Deutschland ist im Viertelfinale. Drei Siege aus
drei Vorrundenspielen bei der EM in Polen und der Ukraine sprechen eine
deutliche Sprache. Ehrlich, tun sie das? Ich habe da so meine Zweifel. Denn -
und so ehrlich muss und möchte ich sein - wir Deutschen hatten großes Glück.
Glück, dass Manuel Neuer gegen die Portugiesen nicht nur einmal zur Stelle war
und dass Pepe von der Latte auf und nicht hinter die Linie schoss. Außerdem
hätte Mario Gomez schon vom Platz gemusst, doch der vierte Unparteiische
übersah den längst bereitstehenden Miro Klose. Zudem war die Flanke auf
Gomez von Sami Khedira abgefälscht. Gegen die Niederlande wirkte die
DFB-Hintermannschaft nervös, die Ordnung ging nach dem 1:2-Anschluss durch
Robin van Persie verloren. Gut, dass es den Mats Hummels gab. Der machte auch
gestern gegen die Dänen ein richtig gutes Spiel - Respekt und Anerkennung
dafür. Wer mir bisher nicht so richtig gefällt ist Mesut Özil, der in allen
drei Partien mit zunehmender Spieldauer müde wirkt. Der Madrilene winkt ab,
reklamiert Fouls, die keine waren und bleibt nach einem verlorenen Ball
meistens bockig stehen. Nicht gut, gar nicht gut. Das sollte besser werden -
speziell gegen defensiv gut gestaffelte Griechen. Vielleicht sollte
Bundestrainer Joachim "Jogi" Löw mal den Reus oder den Götze bringen
und Özil als Joker einsetzen? Und: Wer als Rechtsverteidiger gegen Griechenland
aufläuft, ist mir relativ egal. Jérôme Boateng hat gezeigt, dass er es kann und
Ersatzmann Lars Bender machte seine Sache gegen Dänemark auch richtig gut -
nicht nur wegen seines Siegtreffers. Mal schauen, wen der Bundestrainer aufs
Feld schickt. Bisher lag er mit seinen Entscheidungen richtig. Mal schauen, was
Italien und Spanien heute Abend entscheiden...
Donnerstag, 14. Juni 2012
Wenn die hart Kritisierten gute Antworten geben
Kritik ist oft etwas, das sehr
wehtun kann und mitunter hart trifft. Besonders, wenn sie auch noch berechtigt
ist – zumindest teilweise. Dann ist es ratsam, eine Reaktion zu zeigen. Das
wiederum kann man auf verschiedene Arten tun. Da gibt es zum einen die
Möglichkeit der Flucht, weil man es einfach nicht einsehen kann oder nicht mehr
hören will. Oder aber man giftet zurück, beschimpft den Kritikgebenden selbst
und versucht ihn somit selbst zu treffen. Motto: „Damit er/sie weiß, wie es
sich anfühlt.“ Oder aber – und das halte ich für die richtige und beste Lösung –
man stellt sich der Kritik, überlegt sich Mittel und Wege, wie man es in
Zukunft besser machen kann. Besonders bei Profisportlern sind solche
Fähigkeiten gefragt, irgendjemand hat immer etwas an ihnen auszusetzen. Wie es
geht und gehen könnte, das hat Mario Gomez bewiesen. Der 26-jährige Stürmer des
FC Bayern München und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft musste sich viel
anhören – und das nicht erst in den vergangenen drei Tagen. Stellvertretend
möchte ich seinen Fehlschuss gegen Österreich bei der EM 2008 nennen, aber auch
den Ausspruch „Sie sind nicht mein Einkauf“ seines Ex-Trainers Louis van Gaal. Gomez
hat sich der Kritik immer gestellt, arbeitete hart und gab Antworten auf dem
Platz. So wie gestern, bei seinen beiden Toren gegen die Niederlande. Der
Edeltechniker – den sich viele wünschen – wird der gebürtige Schwabe nie
werden. Er ist und bleibt ein Strafraumstürmer, der mit Bällen gefüttert werden
muss. Das machten übrigens Bastian Schweinsteiger und Mesut Özil besonders gut
gestern. Auch sie hatten sich nach dem Auftakt gegen Portugal viel Negatives anhören
müssen. Schön, dass sie gezeigt haben, dass sie es besser können. Gratulation zu dieser ansprechenden Leistung!
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